Praxis für klassische Homöopathie - Freiburg

"Diese im innern Wesen der Arzneien verborgene, geistartige Kraft, Menschenbefinden umzuändern und daher Krankheiten zu heilen, ist an sich auf keine Weise mit bloßer Verstandes-Anstrengung erkennbar ..." § 20

Heute beschäftigt mich ...

6. Juni 2018

... ein kleiner Text eines Kalenderblattes:

"Krisen sind Angebote des Lebens, sich zu wandeln. Man braucht noch gar nicht zu wissen, was neu werden soll, man muss nur bereit und zuversichtlich sein."
So lasst uns, statt aufs Problem zu blicken, nach der Lösung Ausschau halten.

Frauke Czelinski

 

 

3. Mai 2018

... ein chinesisches Sprichwort:

"Besser auf neuen Wegen etwas stolpern, als in alten Pfaden auf der Stelle treten."
In diesem Sinne: Alles neu macht der Mai!

Frauke Czelinski

 

 

6. April 2018

... ein Gedanke aus meinem Mondkalender von Susanne Janschitz:

"Wenn man innerlich wirklich bereit für etwas Neues ist, es herbeisehnt und sich ganz klar dafür entschieden hat, dann ist man auch bereit, den Preis dafür zu bezahlen, weil es darauf gar nicht mehr ankommt."

Frauke Czelinski

 

 

10. Januar 2018

... ein Gedicht von Rose Ausländer:

GEMEINSAM

Vergesset nicht
Freunde
wir reisen gemeinsam

besteigen Berge
pflücken Himbeeren
lassen uns tragen
von den vier Winden

Vergesset nicht
esistunsre
gemeinsame Welt
die ungeteilte
ach die geteilte

die uns aufblühen läßt
die uns vernichtet
diese zerrissene
ungeteilte Erde
auf der wir
gemeinsam reisen

Frauke Czelinski

 

 

21. Dezember 2017

... wie sich wohl Heimat anfühlt?

DU LIEBES LEBEN, wie finde ich meine Heimat?

Ich will...
... all das hier verstehen und auch verstanden werden ...
... gut mit DIR und mit mir im Kontakt sein ...
... Stille und Ruhe erleben ...
... mutig fühlen ...
... in meinem Rhythmus wirksam sein ...
... mein Herz öffnen und offen halten ...
... wahrhaftig sein ...
... mein Haupt in DEINEN Schoß betten ...
... bei mir und in DIR zuhause sein ...
...

Ich will mich in DIR verwurzeln, vertrauen und heimkommen. Wie geht das?

DEINE Frauke und DEINE Almuth

 

 

30. November 2017

... ein Handzettel vom Kloster Hegne zum Thema "Nischentage in Hegne":

"Ab und an muss man "die Läden schließen", um offen zu bleiben für sich selbst und für den Himmel."

Und damit wünsche ich Ihnen allen eine wundervolle Adventszeit.

Frauke Czelinski

 

 

8. August 2017

... ein Sprichwort aus Grönland:

"Wenn du so weit gehst, dass du glaubst, keinen Schritt weiter gehen zu können, gehst du nur halb so weit, wie du kannst!"

Und das hat für mich nichts mit der so weit verbreiteten Leistungsfrömmigkeit zu tun, sondern erinnert mich an meine ureigene Lebendigkeit und Lebenskraft, mit der ich leben und mein Leben gestalten kann.

Frauke Czelinski

 

 

6. März 2017

... das Phänomen STRESS

"Erhöhte Populationsdichte erhöht bei den Tupajas auch prompt die Stressdauer pro Tag, zum Beispiel durch die häufigeren Begegnungen mit überlegenen Tieren. Überschreitet sie bei Weibchen zweieinhalb Stunden, so ändert sich ihr Verhalten ins Anormale. Sie versuchen zum Beispiel, andere Weibchen zu begatten. Die Tiere bekommne zwar noch Junge, aber erstaunlicherweise sind die Jungen nicht mehr tabu. Die Weibchen sind nicht mehr fähig, die Duftmarkierung anzubringen. Nicht selten werden diese Jungen von anderen Tupajas gefressen. Manchmal sogar von der eigenen Mutter. ... Bei noch höherem Dichtegrad nimmt die Zahl der Begegnungen mit ranghöheren, also überlegenen Tieren weiter zu und damit die Angst. So häufen sich die Stresssituationen mit zunehmender Dichte, bis schließlich Dauerstress eintritt.
Ab sechs Stunden Stress pro Tag tritt so nach kurzer Zeit ein völliger Verfall der Gruppe ein. Werden die Tiere weiter gestresst, so sterben sie in wenigen Wochen. Die unterlegenen Tiere ängstigen sich buchstäblich zu Tode. Männchen und Weibchen werden in wenigen Tagen steril, apathisch und magern immer mehr ab. ... Diejenigen, die noch gebären, verlieren den Brutpflegeinstinkt, die Mütter fressen ihren Neugeborenen auf." (Vester: Phänomen Stress. München 1991, S. 54ff.)

Dieser Zusammenhang stimmt mich seit meiner Lektüre bedenklich, wenn ich dann auf unsere gestresste menschliche Spezies schaue!

Frauke Czelinski

 

 

Weihnachten 2016

... die ALPENDOHLE und der MENSCH ...

Ich bin eine Alpendohle, ein Singvogel und ein Rabenvogel zugleich. In vieltausend Jahren habe ich mich an die rauen Bedingungen in Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze angepaßt. Mit atemberaubendem Flug und pfeifenden Rufen suche ich die Gemeinschaft - mit meinesgleichenund mit Euch, wenn Ihr in meine Berge kommt. So bin ich ganz ALPENDOHLE.

Ja, und ich? Wann bin ich MENSCH?

Wo wirke ich als Mensch?Wodurch werde ich zum MENSCHEN geformt? Was erfreut mich und was belastet? Wohin entwickle ich mich angesichts der Welt? Und wie genau werde ich, wie ich fürs große Ganze gemeint bin: MENSCH-lich?

Was sagt zu all den Fragen mein Herz? - Ich höre.

Almuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

6. Oktober 2016

... dass wir mit der Zeit gehen und gerade eine neue Webseite entwickeln, die dann auch gut mit dem neuen Smartphone zu lesen ist. Ich habe zwar gar keines, und wenn ich mich umschaue, glaube ich fast, dass ich die Letzte bin, die beim Gehen noch in die Gegend und auf die Straße und die Menschen dort schaut. Oder irre ich mich da? Gibt es vielleicht sogar noch mehr Menschen, die gerne nur eine Sache gleichzeitig machen, um wirklich auch bei dem zu sein, was sie tun, um ein bißchen Geschwindigkeit aus dem immer voller werdenden Tag zu nehmen? Menschen, die es einfach genießen, ganz bei sich zu sein, und nicht ständig auch bei anderen? Wenn solche Menschen das hier lesen, dann würde ich mich freuen, von ihrer Existenz zu erfahren.
Auf die neue Webseite freue ich mich allerdings schon, weil sie nach 15 Jahren ja auch die Gelegenheit bietet, sich und die Sache neu ins Bild zu setzen... Wenn sie dann mal fertig ist. Sie werden es sehen: unter dieser Adresse und demnächst. Also, nicht so ganz bald, denn wie gesagt, Entschleunigung ist das neue Motto für gesundes Altwerden. 

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

8. August 2016

... was die vielerorts so genannten Islamistischen Terroristen uns hier in Europa wohl mit ihren gewaltigen Zeichen sagen wollen. Ich bin über meine jahrelange Tätigkeit zu der Erkenntnis gekommen, daß wir nichts einfach so tun. Und wenn wir etwas so Schwerwiegendes tun, daß es uns das Leben kostet, ist es uns wohlmöglich sogar unsäglich wichtig. Besonders der Anschlag von Nizza am französichen Nationalfeiertag hat mich veranlaßt, über die höchstwahrscheinlich beabsichtigte Symbolik eines Anschlages an eben diesem Gedenktag nachzudenken. Was wird da gefeiert? Der Aufstand einer notleidenden Nation gegen ein auf ihre Kosten im Überfluß lebendes Herrschaftssystem. Blutig ist es abgelaufen, damals, sehr blutig. Man nennt diese extrem gewalttätige Phase der Französischen Revolution übrigens auch "La Terreur".
Ein Mensch fühlt sich terrorisiert, wenn er nicht in Frieden leben, nicht sorglos herumspazieren kann, weil er um sein Leben fürchtet. Ja, das trifft und traf auf sehr viele Menschen in sehr vielen Ländern dieser Erde zu: In Frankreich zum Beispiel auf die notleidende französische Nation vor der Revolution und auf die herrschende Schicht während der Revolution. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes furchtbar.
Aber kann dieser historisch erweiterte Blickwinkel auf die Französische Revolution uns womöglich sogar Hinweise auf die Motivation geben, auf die Not, das Gefühl oder den Schmerz, die Menschen bewegen, heute und hier so unsäglich gewaltvoll zu agieren? Was geschieht, wenn wir statt uns abwehrend abzuwenden einmal oder öfter hinwenden, um zu sehen, was wir zur Linderung dieses Schmerzes anderer Menschen in unserer einen Welt beitragen könnten, was wir vielleicht in unserem eigenen Denken und Verhalten zu korrigieren haben, um der Herausforderung dieser mitmenschlichen Tragödie gerecht zu werden, oder um solche menschlichen Tragödien erst gar nicht herauszufordern? Aus welchem Blickwinkel könnten wir die Sache betrachten, um als Einzelne zu einer Lösung beizutragen, die uns Völker und Kulturen wieder verbindet? Quasi auch eine Art Revolution der kleinen Leute anzuzetteln und durch viele kleine, vielleicht sogar verbindliche oder anteilgebende Taten die Welt von unten her zu verändern! Das soll in der jüngeren Geschichte schon mal erfolgreich gewesen sein, das Verfahren ...

Und da stellt sich mir noch die Frage, wer denn bestimmt, welche Menschen für die Gemeinschaft bedrohlich und damit eliminierbar sind und welche nicht? Aus welchem Blickwinkel und zu welcher Zeit muß man schauen, um das letzten Endes beurteilen zu können? Die große Frage des 'Tyrannenmordes' könnte damit neu aufgeworfen sein ... Wer terrorisiert hier wen? Und aus welchen Beweggründen? Wann und durch wen wurde das begonnen, was sich jetzt gerade so gewalttätig zeigt?

Und ich frage mich auch, was ich in der Französichen Revolution getan hätte, was ich für Recht gehalten hätte? Oder, wieviel Druck oder Not es bei mir persönlich heute bräuchte, damit auch ich Gewalt ausübe, um zu „meinem“ gefühlten Recht zu kommen, oder um mein Leben zu retten. Im Moment müßige Fragen, denn ich lebe in einem freiheitlichen System mit unglaublichem Wohlstand. Ich habe keine Not und keinen Druck. Definitiv nicht. Vor allem, weil sich dafür eine Generation von Politikern und Politikerinnen eingesetzt haben, die, wie mein Vater seine Motivation als Kommunalpolitiker benannte, dafür sorgen wollten, "daß niemals wieder jemand sich gezwungen fühlen soll, etwas zu tun, was gegen sein Gewissen geht". Mein Vater hat mir von 1943 berichtet, als er junger Flakhelfer wurde … Er hatte Not, er hatte Angst um sein Leben, er war in einer ausweglosen Situation, in der Töten nicht nur nicht zu vermeiden war, sondern eine Lösung. Weil eine freie Gewissensentscheidung nicht möglich war. Weil ein Kamerad allein wegen der Frage, ob man denn überhaupt auf eine Person vereidigt werden könne, ob nicht nur auf eine Verfassung, als Volksverräter vor Aller Augen erschossen wurde. Ich denke, daß mein Vater als überzeugter Demokrat mit "niemand" alle Menschen meinte .

Solche Fragen beschäftigen mich gerade. Sie kollektiv und systemisch zu betrachten, läßt mein persönliches Denkvermögen fast explodieren. Möglicherweise auch, weil sie Sprengkraft besitzen und vielleicht sogar gefährlich sind, wenn sich die Definition von Freiheit hier wandeln sollte und diese Fragen plötzlich wie diejenige nach der Vereidigung auf eine Person gewertet werden... Besser also, wenn sich Philosophen oder Staatsmänner, die so groß denken können, damit beschäftigen, oder ganz viele  Menschen auf einmal, die einfach nur ein liebendes Herz haben, vielleicht das einer Mutter oder das eines Vaters, deren Kind in der Schule um sich schlägt, ... Was bewegt dieses Kind, derart zu handeln? Dann könnte sich etwas ändern an dem, was terrorisiert, und das, was frei macht, das könnte bleiben.

Und bei all diesen Fragen ohne Antworten weine ich um jede und jeden, die da auf die eine oder andere Art ihr Leben lassen, Opfer wie Täter. Auch, weil ich meinem Vater bei seinen Erzählungen in die Augen geschaut habe. Danke, Vater, für Deinen Mut, diese Erfahrungen mit mir zu teilen, denn sie haben meine Neigung zur schnellen, gewissenhaften Beurteilung von Taten nachhaltig erschüttert. Ich weiß zwar nun gar nicht mehr, was im Umgang mit Gewalt richtig und was falsch ist, aber nach den richtigen Fragen zu suchen wird doch wohl eines Tages auch die Antworten hervorbringen. Davon zumindest bin ich überzeugt, und deshalb beschäftige ich mich damit, auch wenn es sehr, sehr weh tut, da hinzuschauen.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

12. April 2016

Ich habe eine Zeile bei Christian Morgenstern gefunden:

"Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare."

Vielleicht dient auch Ihnen dieser Gedanke als Anregung, Ihre Gesundheit und Ihr Befinden mal unter dieser Prämisse zu betrachten oder zu tanzen.
Einen wunderschönen sonnigen Tag wünscht Ihnen

Frauke Czelinski

 

 

14. Januar 2016

Eine kleine Beigabe in einer What's up-Nachricht:

"Tanz mal drüber nach" - Das finden wir ein lohnendes anregendes Motto für 2016!
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen allen Glück, Gesundheit, gute Entscheidungen und die not-wendige Unterstützung zu allen Ihren Vorhaben!

Almuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

24. Dezember 2015

So wie es ist ist es gut sonst wäre es anders

Naturnahes Leben lehrt Hingabe an das, was im Moment ist, und läßt mich erleben, daß ich eins bin mit dem, was mich umgibt, auch mit dem Regen.

Nach Unbehagen, Widerstand und Wunschdenken finde ich irgendwann ein Ja: Ich bin im Regen, und der Regen ist mit mir.

Dieses Ja streicht die Wertung, erhebt mich über mein Getrennt-Sein und lohnt mir Offenheit.

Dieses Ja verbindet mich wieder mit all den Möglichkeiten, die zu jeder Zeit in allem stecken, erscheint es uns auch noch so trist. Es bringt unendliche Weite.

Dieses Ja läßt mich die Güte des Lebens erkennen. Indem alles sein darf, wie es ist, kehrt friedvolles Sein ein.

Im Ja zum Regen erfahre ich Segen.

Kraftvolle Weihnachtsgrüße an alle

Almuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

12. Dezember 2015

… konzentriertes Sein inmitten des Weihnachtstrubels. Wie kann ich in diesem äußeren Sog gut bei mir bleiben? Wie lassen sich die Dinge des Alltags trotz Endspurt-Gefühl in aller Ruhe hintereinander "wegschaffen"?
Wieder einmal half mein Kalenderblatt weiter. Da steht: "Wenn ich mich den Sternen zuwende, vermisse ich nicht das Meer. Ich denke Sterne." (aus: Die Stadt in der Wüste, A. de Saint-Exupéry)

Frauke Czelinski

 

 

19. Oktober 2015

... daß ich auf der Reise durch die Berge häufig gefroren habe, es naß und kalt war, ich auch wohl mal kurze Zeit Hunger hatte, jedoch immer nur bis zum Abend. Da konnten wir ein Feuer machen, uns ein einfaches Essen zubereiten und in einen warmen Schlafsack in einem trockenen Zelt kriechen. und alles war gut. Ich habe immer wieder in den letzten Wochen das Gefühl, daß ich eine leise Ahnung davon bekommen habe, was Hunderttausende Menschen auf der Flucht aus Syrien und Afrika in dieser Zeit aus purer Not auf sich genommen haben. Eine Ahnung nur, denn es gibt ein paar kleine Unterschiede in unserem Erleben des unterwegs Seins: Der Wunsch, eine Reise in ein fernes Land zu machen, das Feuer, das Essen, den Schlafsack und das Zelt ... und ach ja, ich fühlte mich auch sicher und willkommen in dem Land, durch das ich zog ...
Mir ist das Herz schwer vor lauter Hilflosiglkeit bei den Berichten über diese Flüchtlingswelle. Geht es nur darum, das ertragen zu lernen, daß im Leben nicht alle das gleiche Glück haben? Oder sind wir aufgerufen, unsere Denk- und Handlungsmuster zu verändern? Oder bringen diese Menschen uns gar etwas sehr Wichtiges, daß sie zu so vielen so unübersehbar zu uns kommen? Können wir etwas von ihnen lernen? Oder ... ?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

5. September 2015

... wie ich die Erlebnisse meiner Reise in den Alltag integriert bekomme ...

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

17. Juni 2015

... die Straßenverkehrsordnung: "Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird." Soweit der Original-Wortlaut. Wäre das nicht ein guter Ansatz für unseren Umgang miteinander, als allgemeine Grundregel - und zwar in jedem Bereich?

Frauke Czelinski

 

 

19. März 2015

... die Amsel, die jetzt gerade, am Freitag vormittag 10:05 Uhr, ihr Abendlied anstimmt. Seit einer dreiviertel Stunde schiebt sich langsam der Mond zwischen Sonne und Erde, partielle Sonnenfinsternis. Mich beschäftigt, ob dieser kleine Vogel vielleicht eine ganz große Weisheit in sich birgt: Wenn es dunkler um uns wird, macht es möglicherweise mehr Sinn, sich zur Ruhe zu begeben als wild herum zu flattern...

Almuth Becker-Wildenroth

 

19. Januar 2015

… die aktuelle Armutsstudie von Oxfam und die Neigung des Menschen, sich gerne selbst ein großes Stück Kuchen zu nehmen und schon mal in Sorge zu geraten, wenn derer, mit denen er oder sie den Kuchen teilen müßte, zu viele auf dem Fest werden (wie ich aus der Pegida-Bewegung herauszuhören meine). Ich bekomme gerade den Eindruck, daß ich mir diese beiden sozialen Fakten einmal gleichzeitig auf der seelischen Zunge zergehen lassen sollte, um etwas sehr Entscheidendes über uns Menschen zu lernen, das ich im Moment noch nicht fassen kann. Es würde mich, wenn ich es denn zu fassen bekomme, in der Tat interessieren, wie sich dieser menschliche Zug in meinem Leben widerspiegelt. Denn ich finde das eine wie das andere, wie bereits gesagt, unfaßbar aber auch peinlich.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

Weihnachten 2014

...wovon unter anderen auch ­Kernphysiker, Taoisten und Zen-Buddhisten erzählen: „Das Universum und der darin lebende Mensch bilden eine geschlossene Einheit.“
„Versuchen Sie es einfach einmal. Wenn Sie spazieren gehen und in der freien Natur sind. Draußen begegnen Sie Vögeln, die Sie mit ihrem Gesang erfreuen, Sie finden einen Bach mit ­Steinen am Grund, über die das Wasser fließt, Sie treffen auf Bäume, Büsche und allerlei Pflanzen, vom Grashalm bis zum Gänseblümchen. Nun stellen Sie sich vor, alle diese geschauten, gerochenen, gehörten ­Erscheinungen seien ein einziger ­Organismus, seien Glieder Ihres eigenen Körpers und wären untrennbar mit Ihnen verbunden, auch wenn dies Sie nicht in Ihren Bewegungen behindert.“ (Theo Fischer, Wu wei) –
Zusammengehörigkeit. Verbundenheit. Wie sehr wünschen wir uns diesen Zustand.

Wenn also die Welt, die ich wahrnehme, ­untrennbarer Bestandteil von mir selbst ist, wenn auch die gesamte Gattung Mensch nur ein ­einziges Wesen und unser einfühlendes Herz Teil des einen Menschenherzen ist, das diese Welt lenkt, dann scheint doch Zusammengehörigkeit und Handeln in Verbundenheit ganz EIN-fach zu sein: EINE Herzensangelegenheit
– vom Impuls der Intuition bestimmt, vom ­Vertrauen getragen und von unserer mitfühlenden Herzenswärme begleitet - kreativ, schöpferisch, ­liebevoll, weise, klar und EINdeutig.
Geben wir getrost unserem Herzen Gelegenheit, unser Leben zu leiten!
EIN-leuchtende Tage

Almuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

20. November 2014

… noch einmal der Mauerfall und die „friedliche Revolution von unten“. Mich beschäftigt, welche Möglichkeiten ein Mensch hat , wenn er sich einer Macht gegenüber sieht, die bestimmt, was er bekommt und was nicht, die zurückhält, rationiert und nach eigenem Gutdünken verteilt, was dem eigenen inneren Gerechtigkeitsempfinden gemäß allen gleichermaßen zusteht?

Die Diskussion über Gerechtigkeit und Gleichheit, über Bedürfnisse und Notwendigkeiten über Werte, die von allen Seiten anders aussieht und stichhaltige Argumente findet und den Entscheidungsträgern allenfalls lästig ist und als Preis der Macht von ihnen und von oben herab erduldet wird?

Der offene Protest, der den Unmut kundtut – und einen pflugs auf die schwarze Liste befördert, deren Figuren gar nichts mehr bekommen außer Repressalien?

Der stille Widerstand im Untergrund, der seine Mittel und Wege zum Ziel findet, aber eben im Untergrund bleiben will und muß, um sich nicht selbst auszuschalten – das möglicherweise tief befriedigende „Ätsch, ich hab euch angeschmiert!“ Aber verändert dieser Weg etwas am System? Ist die Mauer durch „Organisationstalent“ zum Einstürzen gebracht worden?

Der aktive Widerstand, die Gewalt, je nach Blickrichtung Verzweiflungstat oder Terrorakt genannt, bringt keine Gerechtigkeit und keine Bedürfnisbefriedigung, schon gar keine Zufriedenheit, nur Zerstörung und Tod.

Was die Mauer zu Fall gebracht hat, war die Tatsache, daß eine entschiedene Anzahl Menschen und eine entscheidende Anzahl Menschen den vermeintlichen Machthabern die Macht aberkannt haben und einfach aus ihrem Einflußbereich weggegangen sind. Spiele gehen ja immer von alleine zu Ende, wenn eine Seite nicht mehr mitspielt. Machtspiele auch, wenn eben die Bemächtigten sich ermächtigen und entschieden vortragen, was ihre Wahrheit ist, was sie wollen und was nicht, was sie kaufen, unterschreiben und was nicht. Was keiner haben will aber in Ermangelung von etwas Besserem trotzdem nimmt, bleibt im Angebot, nur, was keiner mehr nimmt, verschwindet. Liegen lassen, kündigen, weg gehen, tschüß, wenn’s nicht taugt und von mir nicht veränderbar ist! Das hat funktioniert! Das ist wahre Demokratie! Und welch ein Mut - Chapeau!

Uff, - gerade treibt mir ein Gedanke wie der Blitz die Schamesröte ins Gesicht: „Wir Wessis“ haben uns immer lustig gemacht über den Staatsnamen Deutsche Demokratische Republik, wo dort von Demokratie ja wohl keine Rede sein konnte. Ich tue heute Abbitte, denn nun sehe ich mehr! Ihr habt uns wahrhaft gelehrt, was Demokratie ist, woher sie ihre Kraft schöpft und was sie bewirken kann – und daß ihr Funktionsprinzip auf alles übertragbar ist, was wir Menschen wollen oder eben nicht wollen! Ihr habt es uns gezeigt mit Eurer „Abstimmung mit den Füßen“! Danke!
Eure

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

9. Oktober 2014

... mein Weg. Auch wenn es dieser ist, will ich ihn gehen.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

24. September 2014

... das Ergebnis einer Sozialstudie zu unserer Ziviliation, die besagt, dass es in den letzten 15 Jahren weltweit 90% weniger Kriege und 60 % weniger Bürgerkriege gegeben hat.
Die Medien machen uns ständig etwas anderes weis, indem sie den Fokus nur auf das Eine richten und das Andere damit ungesagt bleibt und in die Nichtexistenz abzurutschen droht. Damit will ich die Not, die die Kriege der heutigen Tage verbreiten, nicht schmälern oder negieren - Nein, das nicht, aber ich möchte dem kleinen Samenkorn Mut Wasser und Aufmerksamkeit geben. Dem Mut, in jedem noch so kleinen Moment des Alltagesnach der eigenen friedvollen Überzeugung, die meinem Glauben nach in jedem Wesen wirksam sein kann, zu handeln. Ich möchte den Mut stärken, sich nur darauf zu verlassen, was im eigenen Herzen als wahr und richtig erachtet wird - ungeachtet all der Nachrichten und Verführungen der Angst, die uns vermeintlicherweise zwingen, unserer ureigenen Herzenswahrheit zuwider zu handeln.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

23. September 2014

... ein Ausspruch von Dalai Lama, entdeckt in einem Kalender:
"Der gegenwärtige Augenblick lässt sich nicht festhalten."
... und so genieße ich ihn - ganz, was ich sehr häufig auf meinen Wanderungen im Urlaub erleben konnte.

Frauke Czelinski

 

 

30. Juni 2014

... die folgende Geschichte, die ich vor kurzem auf einer Fortbildung zu lesen bekam:

Ein Sprung in der Schüssel

Es war einmal eine alte chinesische Frau, die zwei große Schüsseln hatte. Diese hingen an den Enden einer Stange, die sie über ihren Schultern trug. Eine der Schüsseln hatte einen Sprung, während die andere makellos war.
Am Ende der langen Wanderung vom Fluss zum Haus der alten Frau enthielt die eine Schüssel stets die volle Portion Wasser, die andere war jedoch immer nur noch halb voll. Zwei Jahre lang geschah dies täglich.
Die alte Frau brachte nur anderthalb Schüsseln Wasser mit nach Hause. Die makellose Schüssel war natürlich sehr stolz auf ihre Leistung. Die arme Schüssel mit dem Sprung schämte sich aber wegen ihres Makels und war betrübt, dass sie nur die Hälfte dessen verrichten konnte, wofür sie gemacht worden war.
Nach zwei Jahren, die ihr wie ein endloses Versagen vorkamen, sprach die Schüssel zu der Frau: "Ich schäme mich so wegen meines Sprunges, aus dem den ganzen Weg zu deinem Haus immer Wasser läuft."
Die alte Frau lächelte: "Ist dir aufgefallen, dass auf der einen Seite des Weges Blumen blühen, aber auf der Seite der anderen Schüssel nicht? Ich habe auf deiner Seite des Pfades Blumensamen gesät, weil ich mir deiner Besonderheit bewusst war. Nun gießt du sie jeden Tag, wenn wir nach Hause laufen. Zwei Jahre lang konnte ich diese wunderschönen Blumen pflücken und den Tisch damit schmücken. Wenn du nicht genau so wärst, wie du bist, würde diese Schönheit nicht existieren und unser Haus beehren."

(Asiatische Weisheit, Verfasser unbekannt)

Frauke Czelinski

 

 

16. Juni 2014

 ... die Geschichte von einem Kind, das in seinem Teller die Kartoffeln mit Butter vermatscht - mmmhhh wie lecker!!!
In der Geschichte sagt an dieser Stelle der Vater:"Laß das! Das ist ja eklig!" Und wie selbstverständlich hört das Kind auf und verzichtet in Zukunft auf seinen Genuß, ißt seine Kartoffeln anständig, um dem Vater den Ekel und sich selbst das schlimme Gefühl Ablehnung zu ersparen.

Kinder sind noch das, was sie tun und mögen...

Ich kenne den Schluß der Geschichte nicht, aber wahrscheinlich hat sich das Kind nicht die Frage gestellt, warum der Vater nicht auf seinen Ekel verzichtet hat, um ihm den Genuß zu ermöglichen.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

25. Februar 2014

 ... folgender Rundbrief unseres Berufsverbandes Homöopathie-Forum e.V. Gauting:

"Sehr geehrte Mitglieder,

Aldi Süd kümmert sich jetzt auch um das Thema Gesundheit: Letzte Woche hatte der Discounter einen Homöopathie-Ratgeber für 99 Cent im Angebot.

Wir wollen aber hier nicht über Sinn oder Unsinn von Homöopathie-Ratgebern philosophieren, sondern uns darüber freuen, dass im Infoteil des Büchleins das Homöopathie Forum nebst Internet-Adresse genannt wird. Was wiederum bedeutet, dass die Therapeutenliste mit den Kontaktdaten zu Ihrer Praxis über Aldi an ein breites Publikum verteilt wird!

In diesem Sinne wünschen wir weiterhin frohes Schaffen

Ihr Forums Team"

- wie freundlich das Leben doch ist!

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

23. Januar 2014

... ein Zitat von Amelia Earhart (US-amerikanische Flugpionierin 1897 - 1937) aus meinem Kalender "Kluge Frauen" (ars edition 2013):

"Mut ist der Preis, den das Leben verlangt, wenn es Frieden mit dir schließen soll."

Frauke Czelinski

 

 

Weihnachten 2013

... ein Blick über den Wolken:

"Meistens ist der Ausblick eine Frage des ­eigenen Standpunktes.
Die Geschichte von Jesus erinnert mich jedes Jahr an meine Freiheit, immer wieder neu Stellung zu den Dingen meines Lebens zu beziehen, um voll Freude einen freien Blick auf ein friedvolles Sein zu genießen."   
Almuth

"Wer in sich gegründet bleibt, der dauert? Wie dieser Berg? - Er dauert, weil er warten kann, weil er Stille hält, weil ­durch die Zeit etwas ­Unerschütterliches in ihm existiert?
Da ist auch etwas Unerschütterliches in uns. Es ist angeschlossen und verbunden an etwas, das hält, das uns hält. Es hat Kraft, weil es ist ... dort, wo ich bin.
Das ­Unerschütterliche erfahre ich jedes Jahr aufs Neue in Jesu Geburt."   
Frauke

Segensreiche Grüße vom BergAlmuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

5. November 2013

... eine Kurzgeschichte über und mit Mulla Nasrudin (aus: Idries Shah, Die fabelhaften Heldentaten des weisen Narren Mulla Nasrudin):
"Nasrudin begab sich ins Land der Narren. "O Leute", rief er, "die Sünde und das Böse sind hassenswert." Und so trieb er es jeden Tag, wochenlang.
Als er eines Tages gerade wieder seine Rede halten wollte, stellte sich eine Gruppe der Bewohner des Narrenlandes mit verschränkten Armen vor ihm auf.
"Was wollt ihr?"
"Wir haben soeben einen Entschluß gefaßt, was wegen all der Sünde und des Bösen, von dem du die ganze Zeit sprichst, zu tun ist."
"So habt ihr euch entschlossen, die Sünde hinfort zu meiden?"
"Nein, wir haben beschlossen, dich zu meiden."

Frauke Czelinski

 

 

26. September 2013

... ein Tagebucheintrag von Dag Hammarskjöld (aus: Zeichen am Weg):
"Verstehen - durch Stille,
Wirken - aus Stille,
Gewinnen - in Stille."

So übe ich nach meinem Urlaub den Alltag zu gestalten. Ich wünsche mir, dass es häufiger gelingt.

Frauke Czelinski

 

 

5. August 2013

... eigentlich gar nichts besonderes, weil alles so schön dahin fließt, mich beschäftigen all die kleine Dinge, aus denen sich mein Leben Tag für Tag zusammen setzt.
Der Weg zur Arbeit - fühlt sich wie Ferien an, weil das Gesummsel der eiligen Menschen angenehm abwesend ist.
Die Arbeit selbst - geschieht einfach eines nach dem anderen.
Mein Mittagessen - ist gesichert, denn ich habe eine Portion von gestern zum Aufwärmen dabei.

Und es regnet oder die Sonne scheint - ganz wie es eben gerade ist, ist es gut.

So wünsche ich es mir an jedem Tag des Jahres! Und Ihnen auch, wenn Ihnen das gefiele, so völlig unaufgeregt.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

9. Juli 2013

... der alte Zigeuner im Asylbewerberheim in der Hammerschmiedstraße, der nach dem Theaterstück „Wir sind Deutschland“ sein trauriges Zigeunerlied gesungen hat. Ich habe kein Wort verstanden und dennoch habe ich gut verstanden, dass dieser gestandene Mann in der würdevollen Art seines Volkes einen ehrlichen Ausdruck für seine tiefe Trauer um die verlorene Heimat gefunden hat. Mit diesen Gedanken im Kopf mag ich heute, wie so manchen Tag, nicht aus dem Haus. Mir ist alles zu viel. Da bügle ich lieber, höre Zigeunermusik und denke darüber nach, dass ich in meiner Kultur keinen so erwachsenen Ausdruck für meine eigene Heimatlosigkeit in unserem verlorenen Nachkriegsdeutschland gelernt habe. So etwas gibt es bei uns Deutschen nicht. Alles muss immer verarbeitet werden, diszipliniert … obwohl man das, was uns fehlt, vielleicht gar nicht verarbeiten kann. Es fehlt einfach! Und ich glaube, ich könnte das viel besser akzeptieren und viel besser damit leben, dass es fehlt, wenn ich einen akzeptierten, erwachsenen und würdigen Ausdruck für diesen Schmerz hätte.

Die vorrangigen Ausdrucksformen, die uns Deutschen im Moment in unserem Land weit verbreitet zur Verfügung stehen, sind strenge Disziplin oder der Rückfall in das kindliche Verlustgefühl. Beides hilft auf Dauer nicht weiter und läßt uns und unser Umfeld nur völlig überfordert oder hilflos zurück.

Mir scheint, wir haben vor allem eine erstarrte Schuld- und Verlustkultur und bräuchten dringend eine lebendige Trauer-Akzeptanz-Kultur mit erwachsenem Beweinen des Verlorenen, dann wieder mit Lachen, Tanzen, Singen und Danken für alles, was Lebendiges und Schönes um uns ist– alles zu seiner Zeit in einem Tag.

Wie entwickelt ein Volk eine neue Kultur? Entsteht Kulturwandel schon allein dadurch, daß viele einzelne Menschen eines Volkes jede und jeder für sich entscheiden, es von nun an anders zu machen?

Wenn das reicht, dann habe ich Hoffnung für mich und meinen vorgestern geborenen Großenkel und kann jetzt auf’s Rad steigen und in meinen Tag fahren…

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

5. Juni 2013

... der Spruch aus meinem Gartenzwerg-Kalender aus dem Monat Mai:
"Wir wissen zwar nicht, wohin wir wollen, werden aber als Erste da sein."

Frauke Czelinski

 

 

25. Februar 2013

... heute weine ich mit den Menschen in Syrien: in Aleppo, in Homs, in Darra, in Damaskus und in all den anderen ehemals so wundervollen Städten und Dörfern dieses Landes.
Die Menschen dort habe ich vor 7 Jahren als so herzlich wie kaum vorstellbar kennen gelernt. Ich fühlte mich um 2 Uhr nachts im Zentrum von Damaskus sicherer als auf der Freiburger KaJo.

Ja, und auch diese Seite sinnloser Zerstörung steckt in solch wunderbaren Menschen wie den Syreren, wie dir und mir, wie Ihnen und uns.... wie unsere eigene nationale Geschichte anschaulich zeigt ...

Also auch in mir! Wo fängt das an? Und wo endet das vielleicht einmal, auch mit mir? Ja, und vor allem: Was liegt in meiner Hand, es zu steuern, vielleicht im entscheidenen Moment unabhängig und frei genug zu sein, mich zu entscheiden, ob ich etwas tue oder lasse, ob ich etwas unterlasse oder ob ich es tue - mit allen Konsequenzen. Wie klein kann doch mein Beitrag nur sein! Nur wie viel weniger ist es ohne meinen Beitrag und ohne den aller anderen Menschen?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

 Weihnachten 2012

... FEDER-LEICHT     LEICHT-SINN     SINN-VOLL     VOLL-ENDET?

“Mein Sohn, arbeite täglich nur so viel, als dein Körper, wenn du liegst, Raum einnimmt, und so wird deine Arbeit allmählich voranschreiten, und du wirst dabei nicht verzagt sein.”
Als der Jüngling das gehört hatte, handelte er danach, und in kurzem war der Acker gereinigt und urbar gemacht.
“Mach auch du, Bruder, es so, arbeite nach und nach, so wirst du den Mut nicht verlieren.” (überliefert von den  Wüstenvätern in “Weisung der Väter”)

Kennen Sie das auch? Schon beim Aufstehen morgens sehe ich einen Berg an Aufgaben vor mir, ein Termin jagt den anderen.
“Wie schaffe ich das heute nur alles?”
Meistens stürze ich dann in den Tag und pendel zwischen getrieben und gelähmt, entmutigt und überfordert, rödel heldenhaft, gerne ohne Verschnaufpausen, und abends stöhne ich über Liegengebliebenes. Von Leichtigkeit keine Spur! Ganz zu schweigen von Gelassenheit und tiefer Zufriedenheit in mir selbst!?
“Arbeite täglich nur so viel, als dein Körper Raum einnimmt.” Wie ginge mein Alltag mit diesem Leicht-Sinn? Wie sinn-voll wäre diese neu entdeckte Leichtigkeit für mein Leben? Kann ich so Schritt für Schritt alles Anstehende dann doch voll-enden und endlich in meinem Dasein vom Überleben ins Üb-Erleben gelangen? Ich übe!

Feder-leichte frohe Weihnachtstage und einen Super-Start in 2013 wünschen Ihnen von Herzen

Frauke Czelinski und Almuth Becker-Wildenroth

 

 

23. Oktober 2012

... die Nachricht, dass ein deutscher Pharmakonzern (Boehringer Ingelheim) ein in Deutschland und vielen anderen Ländern wegen 1000 (tausend!) aufgetretener Todesfälle verbotenes Arzneimittel (Buscopan composito) in Südamerika frei verkauft. Auch wenn man über die rasant ansteigenden Verordnungszahlen von Medikamenten in unserem Land das eine oder das andere oder noch etwas anderes denken mag, dreht sich mir bei dieser rein profitorientierten Ignoranz der Magen um. Und das hat weder mit christlichen Werten oder übertriebenem Gutmenschentum noch mit Heilpraktikerpolemik zu tun. Das kommt von ganz tief drinnen, wo eine Stimme brüllt: "Das ist nicht richtig!"
- ... - und doch scheint auch dieser dunkle Teil zum typisch Menschlichen dazu zu gehören, so wie er uns ständig begegnet. Daran muß ich mich nur noch gewöhnen.
Was solch eine Nachricht aber auch zur Folge hat, jetzt, wo ich sie wirken lasse und darüber schreibe, was mich bewegt, ist, dass ich erneut für mich ganz klar entscheide, wie ICH handeln will, und wie ich NICHT handeln will.

Ist das das Gute am Schlechten, dass es uns nicht erlaubt, uns auf einem Standpunkt auszuruhen, einzuschlafen?

Nur scheint dann in unserer westlichen Welt viel Aufrütteln nötig zu sein, wenn ich die Nachrichten und die Filme betrachte, in denen fast ausschließlich und pausenlos Furchtbares präsentiert wird. Mahnrufe? In der Wüste? Oder wird vielleicht bald eine entscheidende Menge wach und aktiv? Wenn Sie sie bemerken, diese aufgeweckte Menge, dann sagen Sie mir bitte Bescheid, falls ich es verschlafen sollte. Ich will doch dabei sein!

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

17. Oktober 2012

... eine Reportage von Marie-Monique Robin "Die Zukunft pflanzen", gestern abend gesehen auf arte:

"Ein Sechstel der Weltbevölkerung leidet gegenwärtig Hunger. Aber das ist kein unabwendbares Schicksal. Anhand von Beispielen aus Mexiko, Japan, Malawi, Kenia, Senegal, den USA und mehreren europäischen Ländern veranschaulicht Filmemacherin Marie-Monique Robin, dass radikales Umdenken gefordert ist und dass die Lebensmittelkette anders verwaltet und organisiert werden muss - und kann, um dem Hunger in der Welt Abhilfe zu schaffen.
Mittlerweile beweisen weltweit aktive Initiativen, dass ökologische Landwirtschaft, die umweltgerecht und ressourcenschonend verfährt, nicht nur möglich, sondern auch ertragreicher ist als die industrielle Produktion von Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass den Bauern - und nicht nur den Großproduzenten unter ihnen - wieder eine Schlüsselrolle in der für die Zukunft der Menschheit unabdingbaren Entwicklung zugebilligt wird. (Frankreich, 2012, 52 min) ARTE F."

Frauke Czelinski

 

 

28. September 2012

... dass ich beim Frühstück mein Frühstücksei verloren habe. Ich esse nicht oft ein Ei zum Frühstük und hatte mich deshalb sehr darauf gefreut. Nur dann war ich so mit meinen Gedanken an das beschäftigt, was ich heute alles tun wollte, dass ich plötzlich nur noch die leere Eierschale vor mir sah: Mein schönes Ei war gegessen, und ich hatte nichts davon mitbekommen!

Dabei hatte ich mir nach dem Radiothema von gestern abend – es ging um Entschleunigung – vorgenommen, den Tag einfach mal auf mich zukommen zu lassen, anstatt meinen Aufgaben hinterher zu laufen. Dachte, heute mache ich eins nach dem anderen, wie es sich gerade anbietet, und fange ganz bewußt mit einem besonders schönen Frühstück an und genieße ein Frühstücksei. Den Satz ‚Wenn ich gehe, gehe ich, wenn ich lese, lese ich, wenn ich esse, esse ich‘, den kenne ich ja schon lange aus dem Zen!

Aber jetzt weiß ich, ihn nur zu kennen reicht nicht. Vielleicht muß ich ihn mir wirklich zu Herzen nehmen.
Nur, wie macht man das? Darf ich jetzt so lange kein Frühstücksei mehr essen, bis ich es endlich kann? Oder muß ich im Gegenteil jeden Morgen eines essen, damit ich es endlich lerne? Nur laufe ich dann entweder auf nicht absehbare Zeit mit einem griesgrämigen Gesicht herum oder kann bald keine Frühstückseier mehr sehen. Gibt es noch eine andere Lösung? Darüber kann ich aber im Moment nicht nachdenken, da ich gerade diesen Blog schreibe. Das mache ich irgendwann mal in Ruhe - hoffentlich.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

15. August 2012

… ein Vortrag von Dr. Winfried Bauer mit der Überschrift: "Die Tyrannei des Mittelmasses - oder: Haben Männer Angst vor den Frauen?"  Er hat ihn schon 1988 auf dem Bundeskongress "Frauen und Wirtschaft in den 90er Jahren"* im Berliner Reichstag (2.-4. November 1988) gehalten. Ich bekam ihn vor 2 Wochen von der Frauenbeauftragten der Stadt Freiburg, Frau Knöpfle, zu lesen.

Einführend im Programmheft wurde Herr Dr. Bauer mit folgenden Worten zitiert:
"Wenn wir als Gesellschaft wachsen und in den kommenden Jahrzehnten unsere wirtschaftliche Existenz sichern wollen, muss weibliches Verhalten und Denken als Balance in das jetzt noch zu männlich betonte Arbeitsumfeld stärker integriert werden.
Dazu ist es notwendig, dass sich Frauen nicht der Verhaltensweise der Männer anpassen, sondern eigenständig und partnerschaftlich ausgleichend ihr Potential in die Wirtschafts-Gesellschaft einbringen."

Nach meiner Lektüre finde ich:
Wir brauchen dringend einen Konsens zwischen weiblicher und männlicher Vorgehensweise, die sich selbstverständlich in Frau und Mann äußern kann. Ein Tun aus Gewahrwerden ist einem Tun aus Machen gleichwertig und gleichwürdig - auch oder gerade in der Schaffenswelt. Woher nährt sich unsere Kreativität, wenn nicht aus Geschehen- und Kommenlassen? Wie wollen wir zielgerichtetes Handeln verankern, damit es erfolgreich wird, wenn nicht in einer guten und tragenden Basis über Zuhören, Vertrauen und Rück- bzw. An-Bindung? Wie wollen wir uns im Tun ethisch orientieren, wenn wir (Eigen-)Nutzen über alles stellen und unseren Bezug zum Gemeinsamen und zum Großen Ganzen außer Acht lassen?

Da der Vortrag meiner Meinung nach nichts an Aktualität eingebüßt hat, lade ich Sie ein, den gesamten Vortrag im Original hier nachzulesen. Er wurde damals den Tagungsbesuchern schriftlich ausgehändigt.

(* Veranstalter des Kongresses waren der Senator für Jugend und Familie sowie die Frauenbeauftragte des Senats von Berlin.)

Frauke Czelinski

 

 

11. August 2012

… ein Zitat von Prentice Mulford, das ich in der neuesten Ausgabe des UGB-Forum
Heft 4/12 entdeckt habe:

"Schlechte Verdauung kommt weniger von der Nahrung selbst als von der Stimmung, in der wir unsere Nahrung zu uns zu nehmen pflegen."

Frauke Czelinski

 

 

15. Juli 2012

… wieder der Fußball, bzw. die Schmiergeldaffäre bei der FIFA, rund um Sepp Blatter und Co. Warum müssen Menschen, die schon genug verdienen, noch so viel mehr nehmen, und dazu noch etwas, was ihnen nicht zusteht? Aber was ist schon ‚genug‘? Vielleicht haben diese Menschen, das Gefühl, nicht genug zu bekommen, also irgendein Gefühl von ‚mir fehlt was‘ oder so ähnlich. Was würde wohl passieren, oder eben nicht mehr passieren, wenn diese Menschen (und gerne auch alle anderen) einfach mal das nähmen, was ihnen voll und ganz zusteht: Die unbedingte Liebe ihrer Mutter und ihres Vaters. Aber wer von uns nimmt seinen oder ihren Eltern die schon ab?!
Letzthin bei einem Tanz-Seminar meinte die Leiterin, wir sollten uns beim Tanzen mal nur 15 Minuten lang vorstellen, wie das ist, wenn wir uns bedingungslos geliebt fühlen. Ratlose Gesichter überall, ‚geht nicht‘, dachten viele, glaube ich. Ging aber doch. Irgendwas scheint sich da tief in uns erinnert zu haben, denn beim Tanzen habe ich geblinzelt: Mei, war das ein schönes Bild! ‚Wenn sich der Trick rumspricht, kann ich meine Praxis dicht machen‘, dachte ich noch kurz, ‚ist aber nur `ne Übung, sowas hält ja niemand den ganzen Tag lang durch, habe ich mich dann wieder beruhigt. Oder doch?

Wer jetzt fragt, wie ich von der Korruption beim Fußball-Weltverband zum Tanztherapie-Seminar bei Wendepunkt in Ratzenried gekommen bin – ich weiß es nicht, aber ehrlich gesagt, ich bin froh drum!

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

13. Juni 2012

… die Berichterstattung zur Fußball-EM in der Ukraine und so einiges mehr: Da reden sie ständig vom Spiel „Deutschland gegen die Niederlande“. Und die Sorge, daß es Krawall geben könnte, schwingt mit. Bei „Polen gegen Rußland“ gestern war es ja so. Ersatz-Schlachtfelder? Brauchen wir das? Warum reden wir nicht darüber, daß zwei Mannschaften miteinander um den Titel spielen?
Man könnte auf den Gedanken kommen, daß, solange das Gegen-Denken uns bestimmt, es auch immer möglich sein wird, ein Volk davon zu überzeugen, für das eigene Wohl gegen ein anderes (böses?) Volk in den Krieg zu ziehen. Das ist natürlich nur ein Gedanke, ein wirklich böser noch dazu.
Wie wäre es, wenn wir stattdessen miteinander um den Sieg (den Frieden?) ringen würden. Würde das nicht Spaß machen? Verrückter Gedanke vielleicht, aber immerhin ein Ansatz, oder?
Aber womöglich, und das ist auch nur ein Gedanke, und ein trauriger zudem, geht das nicht. Denn das liefe, wie ich von mir nur zu gut weiß, vor allem auf ein Ringen mit sich selbst hinaus. Und wer will, kann, muß, darf, möchte das schon?

„Nur, liebe Almuth“, gibt eine leise Stimme in mir dennoch hoffnungsvoll zu bedenken, „entscheiden sich doch, Gott sei Dank, in letzter Zeit mehr und mehr Menschen für das Miteinander. Beachte und würdige das bitte bei deinem Plädoyer!“
Gut, wenn es also so ist, daß die „Kampfspiele der Legionäre in der Arena“ quasi schon der Vergangenheit angehören, wie sieht die Fußball-EM der Zukunft dann aus?
Wessen Vorstellungskraft dafür ausreicht, der oder die schreibe mir das gerne, nur bitte nicht heute Abend, denn da schaue ich mir ein Fußballspiel an …

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

22. Mai 2012

... das nasse, satte Grün da draußen ...

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

10. Mai 2012

… der Text unserer letzten Montag-Meditationsrunde:

"Seid euch selbst ein Licht,
seid euch selbst eine Zuflucht,
nehmt keine Zuflucht außerhalb euer selbst,
haltet euch an die Wirklichkeit als ein Licht,
haltet euch an die Wirklichkeit als eure Zuflucht."

- Mahaparinibbana Sutta -

Frauke Czelinski

 

 

19. März 2012

… ein kleines Gedicht, das ich mal irgendwo aufgeschnappt habe:

"Arbeite stets so, als bräuchtest du kein Geld.
Liebe, als wärst du nie gekränkt worden.
Tanze, als ob dir niemand zuschaut.
Singe, als würde dich niemand hören.
Lebe, als wäre der Himmel auf Erden."

Frauke Czelinski

 

 

10. Februar 2012

… ein Gedicht von Rumi, das als "spiritueller Impuls" in einem Zen-Rundbrief aus dem Lassalle-Haus mir in den Briefkasten flatterte:

"Das Gasthaus

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.
Freude, Depression und Eifersucht -
auch ein kurzer Moment von Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.
Begrüße und bewirte sie alle!

Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam dein Haus
seiner Möbel entledigt,
selbst dann behandle jeden Gast ehrenvoll.
Vielleicht bereitet er dich ja
für Neues vor.

Dem dunklen Gedanken, der Scham, der Bosheit -
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu dir ein.
Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind zu deiner Führung
geschickt worden aus einer anderen Welt."

Frauke Czelinski

 

 

25. Januar 2012

… ein kleiner Leckerbissen von Thomas von Aquin:
"Fünf Heilmittel gegen Schmerzen und Traurigkeit:
Tränen,
das Mitleid der Freunde,
der Wahrheit ins Auge sehen,
schlafen,
baden."

Frauke Czelinski

 

 

6. Januar 2012

… eine Zeile aus dem neuesten Demeter Journal, Seite 7:
"Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert."
Das Beste an diesem Satz ist, dass er aus dem Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" von Oscar Wilde stammt aus dem Jahre 1890!
Einen guten Start in ein gesundes lebendiges Jahr 2012 wünschen Ihnen ...

Almuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

Weihnachten 2011

… eine Geschichte, die von Martin von Tours überliefert wird (frei nach Sulpitius Severus):
... und der Teufel erschien Martinus in purpurfarbenem ­Lichte glänzend, königlich gekleidet, mit einer Krone von Gold und Edelsteinen, mit goldbekleideten Schuhen, freundlichen Gebärden und freudigen Angesichts. Martinus schaute und schwieg, wie ein Weiser schaut und schweigt, wenn er zweifelt.
Endlich sprach die Gestalt: “Lerne kennen, den du siehst. Ich bin Christus. Ich will wieder kommen auf die Erde.”
Als Martinus abermals schwieg, sprach die Gestalt: “Was zweifelst du über das, was du siehst? Ich bin Christus.”
Und Martinus gab also zur Antwort: “ Ich glaube nicht, daß Christus der Heiland anders, als in der Gestalt, in welcher er gelitten hat, die Wundmale seines Kreuzes zeigend, erscheinen wird.”

Wer von uns ist in all’ den Lebensjahren ­unversehrt geblieben? Wieviel Wunden, Narben und ­Dellen ­tragen wir mittlerweile? Bedeutet Heile-sein Unversehrt­heit? -
Wie kann ich mich schützen und gleichzeitig in Kontakt, in Beziehung bleiben, wenn mir meine Verletzlichkeit bewußt wird? Und kann ich wieder heile werden, wenn ich Verletzungen erfahren habe? Und wenn ja - wie?
Kann vielleicht gerade der Mensch heile werden, der zu seinen Wunden, seiner Verletztheit und auch seiner Verletzlichkeit steht - wie ein Kind? Zeigt sich besonders dann das Heilende, wenn wir unsere Wunden ­offen legen?
Allen gesegnete, Heil bringende Weihnachten ...

Almuth Becker-Wildenroth & Frauke Czelinski

 

 

11. Dezember 2011

… ein Ausspruch von Sokrates:
"Nicht das Hinfallen ist schlimm, sondern es ist schlimm, wenn man dort liegen bleibt, wo man hingefallen ist."
In diesem Sinne für die nächsten Tage im Advent ... bewußtes Auf-stehen, gutes An-kommen und rechtzeitiges Inne-halten.

Frauke Czelinski

 

 

1. Dezember 2011

… die Nachricht, dass immer mehr Menschen bei Unfällen gaffen und Fotos und Videos machen anstatt zu helfen. Ob sie es vielleicht einfach nur nicht fassen können, dass das Leben etwas mit dem Tod zu tun hat? Dass Tod und Gewalt, Schmerz und Elend nicht nur in der Welt der Filme vorkommen? Und dass sie deshalb Beweisfotos brauchen, um diese verborgenen Gedanken mit anderen zu teilen?
Unsere Welt hat im Alltag den Tod und die Endlichkeit des Lebens inklusive Alter und der Möglichkeit, krank zu sein, ausgeklammert. Beziehungsweise das Ausklammern ist als Verschiebung erfolgt: Wir finden all das, was uns ängstigt, tagtäglich in den Medien, die ja in der Verbreitung von Angst, Todesnachrichten und Schrecken inzwischen ihre Hauptaufgabe zu sehen scheinen.

Vielleicht braucht es dieses Gegengewicht in der „virtuellen“ Hälfte des Alltages genau deshalb, weil wir dem Tod und unserer menschlichen Verletzlichkeit in der „realen“ Hälfte des Alltages als Wahrheit nicht in die Augen sehen wollen. Damit nicht in Vergessenheit gerät, wohin unser Erdenleben eines Tages führt? Einfach, damit das Bild von Leben wieder komplett ist.

Almuth Becker-Wildenroth 

 

 

8. November 2011

… reiche Zeilen von Hilde Domin, die mir über einen Rundbrief ins Haus flatterten:
"Nicht müde werden
Sondern dem Wunder
Leise
Wie ein Vogel
Die Hand hinhalten"

Frauke Czelinski

 

 

24. Oktober 2011

… ein Ausspruch von Dalai Lama, der sich vor kurzem in meinem Abreiß-Kalender fand:
"Die Geschichte der Menschheit ist in gewisser Weise die Geschichte der menschlichen Einsicht." - Und seither kommt mir immer wieder innerlich die Frage: Wo stehen wir als Menschheit mit unserer Einsicht in Anbetracht der Geschehnisse weltweit?

Frauke Czelinski

 

 

3. August 2011

… eine für mich überaus wichtige Einsicht von Albert Schweitzer, die ich vor kurzem aufgeschnappt habe:
"Alle Menschen tragen ihren eigenen Arzt in sich. Sie kommen zu uns, ohne die Wahrheit zu kennen. Wir sind dann am erfolgreichsten, wenn wir dem Arzt, der in jedem Menschen steckt, die Chance geben, in Aktion zu treten."

Frauke Czelinski

 

 

16. Mai 2011

… ein Satz vom Dalai Lama auf einem Kalenderblatt, der da besagt, daß Selbsthaß eine Form von Hochmut sei, weil der Mensch sich an allerhöchsten Maßstäben mißt. Heißt das dann, daß Hochmut die Nicht-Akzeptanz der eigenen Größe ist? Nun ja, wenn das stimmt, dann wäre ja wieder mal der Beweis gegeben, daß die Lösung sich schon im Problem versteckt: Die Akzeptanz der eigenen Größe, egal wie die bemessen sein mag, müßte doch eigentlich mit ein bißchen Mut hinzubekommen sein, oder was meinen Sie?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

18. Februar 2011

… wie viele Menschen sich in die Diskussion über Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg und die Vorwürfe des Plagiats in seiner Doktorarbeit stürzen. Natürlich finde auch ich es vornehmlich richtig, sich mit fremden Gedanken zwar zu beschäftigen, sich aber nur mit seinen eigenen Gedanken nach außen zu richten.
Nur, Hand auf’s Herz, wer von uns nimmt sich heutzutage regelmäßig die Zeit, sich seine eigenen Gedanken zu machen, geschweige denn sich bis an den Grund der eigenen Überzeugungen zu erforschen? Und wann hätte der gute zu Guttenberg das in seiner beruflichen Laufbahn überhaupt tun sollen? Wann kann ich das in meinem Alltag tun?  

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

17. Dezember 2010

… die Anregung für geeignete Augenblicke zum Teetrinken von Hsü Ts’eshu aus dem 16. Jahrhundert

„Wenn Herz und Hände untätig sind.
Wenn man müde ist nach dem Lesen von Gedichten.
Wenn man in seinen Gedanken gestört ist.
Wenn man Liedern und Melodien lauscht.
Wenn ein Lied zu Ende gesungen ist.
Wenn man an einem Feiertag allein im Haus weilt.
Wenn man die Ch’in spielt und Gemälde betrachtet.
Mitten in der Nacht, in ein Gespräch vertieft.
Vor einem klaren Fenster und einem sauberen Schreibplatz.
Wenn der Tag klar und die Brise mild ist.
An einem Tag mit leichtem Regen.
In einem bemalten Boot nahe einer kleinen Holzbrücke.
Wenn die Kinder in der Schule sind.
Wenn man in einem kleinen Arbeitszimmer Weihrauch entzündet hat.“ 

Ja, und ich finde im 21. Jahrhundert noch einen weiteren Augenblick sehr gut zum Teetrinken geeignet:
Wenn das Jahr sich dem Ende neigt.
Wenn die Tage kürzer und scheinbar immer voller werden.
Wenn es leise nach Ruhe und Stille ruft, um in sich Kehraus zu machen:
Alles aus den Wohnungen seiner inneren Burg heraus zu kehren,
was sich dort im Laufe des vergehenden Jahres an Gedanken, Sorgen und Erinnerungen angesammelt hat, um wieder Raum für ein glückliches Leben im kommenden Jahr zu schaffen.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

28. Oktober 2010

… ein Blitzgedanke, der mir heute früh auf dem Weg zur Praxis kam, als ich durch den wunderbar leuchtenden Herbstmorgen fuhr: „Das war alles schon so schön, bevor irgend jemand sich Gedanken darüber gemacht hat, ob etwas schön oder häßlich ist!“ Das hat mich in seiner Banalität erschüttert und fasziniert. Ich begann darüber nachzudenken, wie sich mein Leben wohl verändern würde, wenn ich konsequent aufhörte, die Welt und die Dinge in gut und böse, schön und häßlich einzuteilen. Dann dachte ich darüber nach, ob isch das jetzt hier statt „Stuttgart 21“  in den Blog schreibe, ob sich das lohnt. Und bei dem Wort „lohnen“ merkte ich, dass ich schon in der Stadt mit Verkehr angekommen war und das schöne Stück Dreisamweg unbemerkt hinter mir gelassen hatte. Da mußte ich lachen, weil ich schon wieder in die Bewertungsfalle reingeradelt war.

Jetzt, hier am Schreibtisch in meinem Mini-Büro mit Nordfenster, finde ich es plötzlich gar nicht mehr zum Lachen, dass ich heute früh meine ganze schöne Viertelstunde Radtour durch die goldene Oktobermorgensonne einfach so verpaßt habe.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

3. Oktober 10

… zum Tag de Deutschen Einheit das zeitliche Zusammentreffen zweier Ereignisse:
der 20. Jahrestag der Öffnung der deutsch-deutschen Grenze und die neuerlichen Demonstrationen gegen Stuttgart 21.
Auf den ersten Blick scheinen sich Parallelen aufzuzeigen, denn eine große Zahl von Menschen demonstriert zum größten Teil friedlich für das Interesse des Volkes gegen Bevormundung „von oben“. Der Satz ‚Wir sind das Volk‘ erklingt wieder. Und dennoch hat die friedliche Revolution im ehemaligen Osten Deutschlands zu glücklichen Umwälzungen geführt, und der zumeist auch friedlich geführte Aufstand gegen den Abriß des alten Stuttgarter Bahnhofs und den Neubau eines neuen bringt Haß und blutige Nasen auf beiden Seiten.

Kann das vielleicht daran liegen, dass es in dem historischen Aufstand und in Stuttgart um grundlegend unterschiedliche Ziele geht?

1990 ging es um das Einfordern von Achtung der ureigenen menschlichen Grundrechte durch den Staat: ‚Wir sind das Volk‘ hieß damals ungefähr ‚Hey, Regierung, Ihr seid für uns da und habt darüber hinaus keinen Zweck‘!  Das hatte Erfolg, die Demonstranten wurden beachtet. Und es wurde zu einer heilsamen Revolution, in der Menschen den gesundheitsschädlichen Faktor ‚Unterdrückung der freien Entfaltung‘ aus ihrem Lebensweg geräumt haben.

2010 geht es um einen Streit zwischen zwei freien Wertesystemen mit unterschiedlichen Nutzungsvorstellungen unserer Welt - darum, welcher Gewinn in Suttgart Priorität haben soll: Macht, Prestige oder Geld auf der einen Seite oder Erholungswert in der Stadt und Natur- und Kulturschutz auf der anderen Seite.

Oder ging es bei der Grenzöffnung auch nur um die neuen Märkte im Osten, und der Aufstand des Volkes kam der bundesdeutschen Regierung und der bankrotten DDR-Regierung als humanitärer Vorwand gerade recht?

Die Frage, ob die Regierung in beiden Fällen einen Selbstzweck verfolgt, der ihr als Dienstleisterin an ihrem Volk – der übrigens einzigen Existenzberechtigung einer Regierung überhaupt - nicht zusteht, bleibt hier zu stellen. Dann hätte Politik allerdings mit der Fürsorge für ein gesundes und würdiges Leben aller Menschen entgegen ihrer Behauptungen in § 1 der Menschenrechtsverordnung nichts zu tun. Dann muß sich jede/r Einzelne wohl selbst darum kümmern, wie er oder sie es schafft, die eigenen Werte und Bedürfnisse zu verwirklichen und gleichzeitig das Recht eines jeden anderen Menschen zu achten, seine Werte und Bedürfnisse ebenfalls zu verwirklichen.

Das ist die neue menschliche und politische Herausforderung unserer Zeit. Was meinen Sie, schaffen wir das? Rechtzeitiger als die Dinosaurier? Ich finde, dass es schon gute Ansätze für einen erfolgreichen Wandel gibt. Allerdings müßte für den Erfolg das Aufstehen früher und schneller als in Stuttgart geschehen …

Welch' schöner Gedanke - die erste Hochkultur, die ihre Blüte überlebt!

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

13. September 2010

... wie fast jeden Tag zu irgendeiner Gelegenheit die kleine, große, liebevolle entlehnte Weisheit, mit der Bertold Ulsamer in seinem Fortbildungsseminar "Trauma-Themen in der Aufstellungsarbeit" uns TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt die Gelassenheit den größeren Kräften und uns selbst gegenüber nahe gebracht hat: 

Wenn dir etwas mißfällt -  Hab es lieb!            Love it!
Wenn das  nicht geht -     Ändere es!             Change it!
Gelingt dir das nicht -       Geh davon weg!     Leave it!
Willst du das nicht -         Hab es lieb!             Love it!

Und da sage noch mal einer, wir hätten keine Wahl im Leben!
Auf jeden Fall mußten wir alle schmunzeln und dieser Satz hat uns in vielen schweren Situationen wieder mit unsere Kraft der freien Entscheidung verbunden, aus der heraus auch das Schwere plötzlich viel leichter zu tragen ist. Ich bin für diesen Begleiter, diesen Satz, immer wieder sehr dankbar!

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

30. Juni 2010

... wie sehr das Wetter die Menschen beschäftigt: Es ist immer irgendwie zu kalt, zu naß, zu heiß ... Und das, obwohl die meisten von uns gar nicht mehr säen und ernten und inzwischen praktisch völlig unabhängig davon sind, ob es regnet oder die Sonne scheint. Ob da noch ganz alte Muster am Werk sind und wir den natürlichen Ordnungen doch noch mehr, als uns vielleicht manchmal lieb ist, verbunden sind?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

19. April 2010

... wie die Zeit mal wieder zu rasen scheint, und es dann doch wieder nur ich bin, die versäumt, inne zu halten, um all das Schöne zu genießen, was das Leben mir jeden Moment bereitet.

Almuth Becker-Wildenroth 

 

 

1. März 2010

... zum Thema Hausputz die Fastenzeit zwischen Fasnet und Ostern. Ob religiös bedingt oder der Figur dienlich, ob zur inneren Einkehr oder als Vorbeugung gegen Krankheiten, ob als Entlastung von einzelnen Stoffen durch Verzicht auf Alkohol, Zucker oder als konsequente "Auszeit" vom Essen wie das Saftfasten, ob als Stärkung und Vitalisierung des Immunsystems oder als bloße Reinigung - die Motivationen und Blickwinkel für einen Hausputz im Organismus sind vielschichtig und vielseitig! Was stimmt für den Einzelnen? Was ist nun wirklich gesund, was gar gefährlich? Wie hält man diese Zeit überhaupt durch?
In der Presse finden sich zur Zeit viele Artikel und Beiträge mit den unterschiedlichsten Bewertungen von Fasten.
Meiner Meinung nach ist die Klarheit über die eigene Motivation die wichtigste Voraussetzung, um eine gezielte Fastenzeit anzugehen und gut zu begehen. Danach ist der zweite wichtige Punkt: Welche Gangart im Fasten passt zu mir, meinem Körper und meinem momentanen Alltag? Wie gestalte ich mein individuelles Fasten in der Praxis?
Ich kann Fasten als ein Stück Freiheit entdecken:
Ich alleine stehe als Fastende/r hinter meiner Entscheidung, dass und auf welche Weise ich faste. Um zu dieser verantwortungsvollen Entscheidung zu kommen, kümmere ich mich vorab um die bedeutenden Grundlagen der Ausgangsbasis: persönliches Befinden, Information und Ausrüstung. Nach einer guten Entscheidung kann ich dann eine bestimmte Zeit fasten: meinem Körper Urlaub gönnen, körpereigene Ressourcen nutzen und Selbstheilungskräfte aktivieren.

Frauke Czelinski

 

 

5. Januar 2010

... zum neuen Jahr 2010 Worte von Jochen Mariss über das Glück. 

Er schreibt von der Fähigkeit,
noch staunen, sich begeistern und trauen zu können.
Auch in uns fremde Türen zu öffnen und neue Räume zu betreten.
Wie wichtig es ist,
den Tag zu genießen und den Augenblick zu feiern - so vielleicht den Himmel zu berühren.
Das bedeute dann, in sich selber zu ruhen, mit einem Lächeln einander zu begegnen
und Frieden zu finden: in uns und um uns herum
Mitzufühlen heißt zu lieben und geliebt zu werden. 
Einfach so leben.

Frauke Czelinski

 

 

29. Dezember 2009

... Gedanken zum Jahreswechsel. Aber die sind zu persönlich für eine Webseite. Deshalb wünsche ich Ihnen allen hier ein gutes Neues Jahr 2010!
Sei es erfüllt und glücklich, voller gesunder Tatkraft in dem, was zu tun ansteht, und ausreichender innerer Ruhe, um zu erkennen, was zu tun ansteht. 

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

24. Dezember 2009
... fröhliche genüßliche Weihnachten ...
Wenn die Nächte lang werden, suche ich mir gerne ein paar stille Tage, in denen ich es mir wohlig mache:
den Raum wärmen und besonders dekorieren, Kerzen anzünden, festlich den Tisch decken, tief durchatmen -
etwas Leckeres kochen, mir dabei richtig Zeit lassen, spielen, kosten, singen, schön anrichten -
mich zu Tisch bitten, schmecken, genießen, mir Zeit nehmen, mich zu nähren und zu öffnen -
mich dann loslassen, nur einen winzigen Augenblick auf mich selbst verzichten, nichts wollen -
und mir erträumen, wie es ist, wenn ich das Christuskind in mir heimgebracht habe.
Eine reiche Weihnachtszeit wünscht Ihnen ...

Frauke Czelinski

 

 

19. Dezember 2009

... die Frage, ob in dem Trubel da draußen in der Stadt und der alljährlichen vorweihnachtlichen Hektik noch irgend jemand außer mir das Bedürfnis hat, mal runter zu schalten und sich setzen zu lassen, was alles passiert ist dieses Jahr? Für diejenigen, die das selbst nicht mehr merken, gab es neulich die nette Presse-Mitteilung, dass auch wir Menschen Winterschlaf-Hormone haben. Vielleicht ist das ja überzeugender als das eigene Verlangen nach Pause, das man und frau ja noch gut wegreden kann, weil alles andere so unendlich wichtig und dringend ist. -
Schrieb sie - samtags um 15 Uhr - in der Praxis - und lachte sich selber dabei im Monitor-Spiegelbild an! Oder aus? 

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

18. November 2009

 ... die Nachricht, dass bei Spitzensportlern die Einnahme von Antidepressiva um das 3-fache höher liegt als bei anderen Bürgern. Und das kam bei Doping-Tests heraus. Wozu dient dann der Sport, wenn er nicht glücklich macht? Oder macht er nur so lange glücklich, wie er die gewünschten Erfolge bringt? Dann macht ja der Erfolg glücklich. Und was liegt dann unter dem vermeintlichen Erfolgsglück an wahrem Empfinden verborgen?  

Almuth Becker-Wildenroth,

 

 

10. November 2009

... die Radiowerbung für eine Impfung gegen Schweinegrippe, sowie der Name des eingesetzten Impfstoffes "Pandemix". Damit werden Assoziationen großer Gefahr geweckt. Und Angst war schon immer ein guter Verkäufer. Manchmal frage ich mich, inwieweit wir Menschen die Grenzen zwischen ethischer Grundhaltung im menschlichen Miteinander und der Notwendigkeit des finanziellen Selbsterhaltes klar bekommen. Wieweit geht das eine, wo fängt das andere an, und wie fällt im jeweiligen Fall meine berufliche Empfehlung aus? Oder sind Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen in erster Linie dazu verpflichtet, gesundheitliche Sicherheit - so scheinbar sie auch sein mag - zu vermitteln? Und wo liegt dann die Macht der Medien, sind sie Propagandamittel wie einstmals und wenn ja, für wen? Müssen Medienmacher ein eigenes ethisches Gewissen vorweisen oder dürfen sie reine Unternehmer sein, so wie die Pharmaindustrie zum Beispiel? Welche Zusammenhänge mag es zwischen der Wirtschaftskrise und der Schweinegrippe-Impfung geben? Gibt es staatliche Interessen an einem guten Verkauf des Impfstoffes? Oder haben die Krankenkassen Interesse an diesen einmaligen Ausgaben, um dauerhafte Beitragserhöhungen zu rechtfertigen? Warum werden jetzt plötzlich diejenigen Bevölkerungsgruppen als 'besonders gefährdet' bevorzugt geimpft, die bei jeder normalen Impfung als Impf-Risikogruppen von der Impfung ausgeschlossen sind? Mir schwirrt der Kopf vor lauter Fragen!!! Selbst als medizinisch ausgebildete und politisch einigermaßen versierte Frau verstehe ich die Welt und diese Fragen nicht mehr.
Da bleibt mir letztlich nur, ganz tief in mich hineinzuhorchen, ob ich mich persönlich im Todesgefahr befinde, wenn mich eine Grippe erwischt, und mir dann eine ganz eigene Meinung zu machen, die ich dann auch gut selbst verantworten kann, wenn mich eine schwere Grippe oder, was statistisch fast wahrscheinlicher ist, eine Nebenwirkung oder Folge der Impfung ereilt. Ich habe das für mich entschieden, und ich vertraue auf meine klassische Homöopathie, die in beiden Fällen das ihre zu einer guten Genesung beitragen kann.
Ja, auch dies ist Werbung :-) - für eine wohlüberlegte, angstfreie und vertrauensvolle Entscheidung!

Almuth Becker-Wildenroth 

 

 

28. September 2009

... der Inhalt des letzten Prospektes einer bekannten Einkaufskette. Besser gesagt, die darin verzeichneten Preise. Unter der Überschrift "Wir feiern Ernte dank" und dem Siegel "Unsere Heimat" werden dort Kartoffeln zu 22 Cent, Zwiebeln zu 32 Cent und Kohl zu 20 Cent das Kilo angeboten.
Was bekommt davon noch der Bauer? Was wird hier gefeiert, und wer feiert? Ich war regelrecht erschrocken über diese Wertbemessung unserer Lebensmittel. Welche Wertschätzung unserer selbst und anderer Menschen sowie ihrer Arbeit verbirgt sich dahinter? Ist es möglich, sich mit einer derartigen Wertschätzung gesund zu ernähren? Und wo beginnt überhaupt Gesundheit?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

26. Juli 2009

... unser Eröffnungsfest in den neuen Räumen im Haus Kubanek. Ich bin immer noch überwältigt von der Anteilnahme von ungefähr 200 (ja: zweihundert!) Menschen, die uns und allen anderen Hausbewohnern anläßlich unseres gemeinsamen Festes die Ehre ihres Besuches erwiesen haben. Diejenigen, die uns mit schriftlichen oder mündlichen Wünschen oder mit einem Gedanken begleitet haben, waren zwar nicht sichtbar, aber dennoch präsent und haben mit den Anwesenden zusammen das Haus mit einem Leben erfüllt, das noch heute spürbar ist. Danke Ihnen allen! 

Das hatten wir uns im Stillen gewünscht:

Ein Haus und eine Praxis zu eröffnen, in denen Leben freudig sprudelt.

Almuth Becker-Wildenroth und Frauke Czelinski

 

 

29. Juni 2009

... dass ein Mensch sich in seiner eigenen Haut so fehl am Platze fühlen kann, dass er alles daran setzt, sein äußeres Erscheinungsbild seinem inneren Ich-Gefühl anzupassen. Aus der Sicht der Systemaufstellung betrachtet hätte eine kleine Änderung seines inneren Blickwinkels auf sich selbst vielleicht eine Anerkennung seines gegebenen Äußeren ermöglicht.

Es berührt mich zutiefst zuzuschauen, wie ein Mensch einen so offensichtlich schmerzhaften Lebensweg so konsequent und unbeirrbar zu Ende geht. Und ich schaue mir erneut die alte Frage an, worin die Entscheidung für oder gegen die eine oder andere Art, das eigene Leben zu gestalten, liegt. Wirklich in unserer „Freiheit, uns in jedem Moment so oder anders zu den Dingen zu stellen“, wie Viktor Frankl schreibt? Oder vielleicht liegt sie eher in einer grundsätzlichen Annahme des Lebens als „geschenkt und gut für mich, so wie es ist, und jetzt mache ich was daraus“? Ich denke dabei natürlich auch an Michael Jackson.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

9. Mai 2009

... unser bevorstehender Praxis-Umzug ... in die Friedhofstraße.

Diese Adresse hat es in sich, kann ich Ihnen sagen: Das Haus war laut unserem Vermieter der Adresse wegen lange unverkäuflich - und deshalb natürlich günstiger zu erwerben. Alle, die wir uns dort versammelt haben, um eine neue aktive und kreative Hausgemeinschaft zu begründen, waren von der wahrlich friedlichen Ruhe des Anwesens begeistert. Ein guter Ort, um gut zu arbeiten, waren wir uns einig. Ob hier etwas von der ewigen Ruhe der Seelen auf dem benachbarten Friedhof spürbar wird, mag jede Besucherin und jeder Besucher für sich entscheiden. Einige Verwandte und Freunde, denen wir die neue Adresse nannten, wirkten beklommen: Friedhof und Heilpraxis schien ihnen keine gute, sprich Klienten Mut machende, Kombination zu sein. Sie meinten, die Berührungsängste mit dem im wahrsten Sinne des Wortes nahe liegenden Thema Tod seien vielleicht zu groß. In meiner etwas vorlauten Art dachte ich da bei mir "Nun, es ist ja nie zu spät, noch mal vom eingeschlagenen Weg abzubiegen - in diesem Falle stadtauswärts die rechte statt der linken Straßenseite zu wählen".

Ich freue mich jedenfalls auch wegen des Friedens dort besonders auf meine Arbeit in den neuen Räumen.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

21. April 2009

... mein letzter Blog vom 6. April, in dem ich doch wirklich in meinen Ärger reingerutscht bin. Und auch mir ist da etwas rausgerutscht, das leicht zu Mißverständnissen führen kann. Sollte jemand sich von meinem Vergleich mit dem den Anweisungen des Leithammels folgenden Herdentier Hammel beleidigt fühlen, so sei er oder sie versichert, dass dies mir leid tut und nicht in meiner Absicht lag! Meine Absicht war, einen Gedanken dahin zu lenken, wo der oder die Einzelne bei sich die Ursache für eine eventuell vorhandene Neigung zu mehr Kontrolle sehen und sich vielleicht wieder daraus befreien kann, um handlungsfähig zu bleiben. Wer es sieht, kann es ändern. So war es gedacht.

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

6. April 2009

... die Tatsache, dass ich als Selbständige gut 25 % meiner Arbeitszeit für die Erledigung von Ämter- und Formularangelegenheiten aufwende. Könnte ich davon nur 15 % für meine Arbeit nutzen, und könnten das auch all die anderen Unternehmer und Unternehmerinnen ... unser deutsches Bruttosozialprodukt wäre derartig gesteigert, dass wir vielleicht sogar diese wirtschaftliche Krisenzeit überwinden könnten. Allein durch die Besinnung auf das Notwendige und Wesentliche.
Aber in Zeiten der Krise neigen Menschen wohl eher zu noch mehr Kontrolle und Vorschriften als dahin, wieder mehr auf Eigenverantwortung zu setzen, damit mehr zusammen an einem Strang ziehen können und es mit vereinten Kräften dann aufwärts geht. Ist es nun ursprünglich so, dass der Mensch einem Hammel in der Herde gleicht, der lieber folgt als denkt, oder wird er erst durch die Beschneidung seiner Selbständigkeit zum Hammel? (Falls jemand aus dem geschätzten Leserkreis dieser Gedanken einen gewissen Unmut in diesen Zeilen zu spüren meint, könnte es sein, dass er oder sie Recht damit hat.)

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

27. Januar 2009

... wie berufstätige Menschen in unserer heutigen Zeit noch den Raum finden, Mußestunden für sich selbst und die eigene Kreativität (wozu ich das Auffinden guter Antworten für anstehende Fragen zähle) und für Gespräche mit Freunden und Partnern finden? 
Das ist für mich einer der zentralen Haken an unserem gesellschaftlichen Selbstverständnis, an denen dann unser Wohlbefinden, unsere Gesundheit und unsere Beziehungen schmerzhaft hängen bleiben.
Wenn jeder Mensch sich einfach diese Zeit nimmt, weil sie ihm wichtig ist, und wenn er oder sie die Beurteilungen, die unser Gewissen gleich für solch ein Verhalten parat hat, als auf sich nicht zustimmend erklärt, dann verändert sich etwas, nämlich die Norm und damit auch das gesellschaftliche Gewissen. Und ganz nebenbei auch noch unser menschliches Miteinander ...

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

12. Januar 2009

... der übliche Neujahres-Wunsch "Gutes Neues Jahr!", den sich die Menschen bis in den Februar hinein zurufen, wenn sie sich zum ersten Mal im neuen Jahr begegnen. Und irgendwie freuen wir uns über diesen Wunsch immer besonders. Ein ganzes gutes Jahr ist schon eine ziemlich lange Zeit! Ich muss da innerlich immer etwas Abstand nehmen, weil es mir fast übertrieben vorkommt, und angesichts der täglichen Nachrichten auch nicht immer machbar. Da ist ein Wunsch wie "Guten Tag!" oder "Guten Morgen!" doch viel klarer und überschaubarer und kommt sicher auch viel direkter an, denn einen guten Tag, den hatten wir alle schon mal, darunter kann man sich etwas vorstellen. Aber dieser Gruß wird so gut wie gar nicht mehr benutzt. Dadurch ist er von der Höflichkeitsfloskel schon wieder zur inhaltlichen Aussage geworden: "Ich wünsche Ihnen einen guten Tag!" Klingt doch prima, oder?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

1. November 2008

... ein Gedanke aus einem Buch über die paläonthologische Betrachtung der Kulturgeschichte der Menschheit*. Dort heißt es, dass alle Angehörigen eines Stammes im Sinne eines Totems, wie wir es von den heutigen Ureinwohnern Australiens und den Indianern noch kennen, ihr Leben nur von der stammeseigenen Lebenskraft, dem Geist des Totems, geborgt haben. Hierdurch sind alle Mitglieder dieses Familienverbandes im Leben und im Tod untrennbar miteinander verbunden. Nach dem Tode müssen ihre Leichname zurück kehren zu dem einen großen Stammesgrab, in dem diese Lebenskraft wie eine Kraftquelle verwahrt wird, um daraus den Nachfolgenden wieder zur Verfügung zu stehen.

Ich komme wegen des heutigen Feiertages Allerheiligen darauf, weil ich weit weg von den Gräbern meiner Familie bin, die auch noch über viele Städte verstreut liegen und teilweise gar nicht mehr bestehen. Aber ich habe das Bedürfnis, diesen Ahnen heute nahe zu sein.

Hier haben wohl verschiedene spirituelle Ansätze das gleiche Phänomen im Menschen aufgegriffen: Die Verbundenheit mit unseren Vorfahren, von denen so vieles bis zu uns gelangt ist – davon vieles stärkend aber manches auch einschränkend und bindend.

In Familien- und Systemaufstellungen begegnen wir diesen Ahnenkräften auch, und es ist schön zu sehen, wie eine Klärung der einschränkenden oder bindenden Energien eine Menge an wieder verfügbarer Lebenskraft frei setzt. Es scheint mir, als habe dieser jährliche Gang zu den Gräbern an Allerheiligen, die Ehrung der Ahnen und die innerliche Begegnung mit ihnen ein ähnlich klärendes Potenzial und wird deshalb so hoch gefeiert. Manchmal braucht es eben Umwege, um die tiefere Bedeutung von Althergebrachtem zu erkennen. Aber es ist ja egal, wie lange es gedauert hat, bis ich es verstanden habe. Hauptsache, jetzt kann ich es nutzen, und Altes und Neues fügen sich als wahr erkannt im Erfahrungsschatz zu etwas zusammen, was mich reicher macht.

Almuth Becker-Wildenroth

* H.G. Wunderlich: Die Steinzeit ist noch icht zu Ende – Eine Archäologie der menschlichen Seele, Rowohlt Verlag, Hamburg 1974

 

 

27. Oktober 2008

... dass es überall um mich herum kleine und größere Zusammenbrüche gibt. Der Banken-Crash ist nur der entfernteste davon. Obwohl von offizieller Seite überall Mut gemacht wird, herrscht bei vielen Menschen Unsicherheit, ob es wohl so, wie gehabt, weitergehen wird? Mich nehme ich da gar nicht aus.
Wenn mich Unruhe ergreift, hole ich mir das Bild meiner Eltern als junge Leute 1945 vor Augen und suche in dem allgemeinen "Zerfall" emsig nach dem Ansatzpunkt für Neues, für Weiterentwicklung. 1945 lag das klarer auf der Hand als heute, da gab es nichts nachzudenken. Vielleicht ist es ja auch ganz gut, wenn etwas mal nicht so weiterläuft, wie gehabt, denke ich mir dann. Dann kann es voran gehen anstatt auf der Stelle zu treten oder sich zum Guten und Glücklichen wenden. Eigentlich ein schöner Gedanke, wenn nur die Furcht vor dem Ungewissen nicht wäre, die am Altbewährten fest halten will, auch wenn es noch so ausgelebt ist. "Wir brauchen mehr Pioniergeist als Beamtentum!" meldet sich da die alte Rebellin in mir, und ich wundere mich einmal mehr, woher die das Vertrauen hat, dass es schon gut werden wird, wenn ich es nur entschieden genug angreife. Aber glücklicherweise ist sie lauter und ungestümer als die Zögerliche in mir, und deshalb gehe ich weiter voran. Kommen Sie mit?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

9. Juli 2008

... die Frage, wie es Familien gehen mag, die einen Angehörigen verlieren?
In den sonnigen Tagen des Sommers ertönt häufiger das Signal des Notarztwagens - das Martinshorn. Jedes Mal rührt es in mir dieses Thema von drohendem Abschied an.
Und dann male ich mir aus, wie es wohl ist, wenn ...

Ist es die Großmutter, verschwindet mit ihr womöglich die „weise Alte“, wie Märchen die Ältesten mit viel Lebenserfahrung nennen. So kann plötzlich der Knotenpunkt in einer Sippe fehlen.
Ist es der Partner, die Partnerin, der liebste Freund oder die Geliebte, bricht wahrscheinlich so etwas wie die zweite Säule im aktuellen Gefüge weg. – Und jetzt? Wie kann das Leben ohne sie, ohne ihn aussehen, da doch so viel gemeinsam angedacht war?
Ist es das Kind, steht unter Umständen auf einmal Zukunft in Frage! Alles dunkel? Kein Lachen - kein Sinn im Leben - keine Aussicht mehr?
Egal, welcher Mensch geht, für die Zurückgebliebenen fühlt es sich vielleicht so an, als täte sich ein riesiges Loch auf.

Doch mit einem Mal zeigt sich in mir ein zweites, ein anderes Bild:
Auch wenn der Mensch an diesem Platz nicht zu ersetzen ist, wachsen an der Bruch-Stelle nach und nach Fäden zu einem neuen Familien- oder Beziehungsnetz zusammen. Mit der Zeit kann dieses Netz ein Stück Rückendeckung geben und ein Gefühl von Begleitung vermitteln. Da wünsche ich den Betroffenen, dass dieses neue Netz für jeden spürbar wird.
Wir sind gehalten.
Und eine Art von Neuanfang wird möglich.

Frauke Czelinski

 

 

22. Mai 2008

"... die Geschichte eines Holzfällers, ...

... der viel Zeit und Kraft verschwendet, weil er mit einer stumpfen Axt arbeitet. Er habe keine Zeit, die Schneide zu schärfen, sagt er ..."

Hoffentlich erkennen wir in unserem Alltag immer häufiger, wann es an der Zeit ist, die Axt zu schärfen ... statt vor lauter Zeitnot in blindem Eifer an unserer Gewohnheit - wir handeln heute und morgen, wie wir bisher immer gehandelt haben - festzuhalten.

Frauke Czelinski

 

 

2. März 2008

"... der Tag der Gleichberechtigung der Frau

Lange habe ich mich gefragt, warum es sich mit der Gleichberechtigung der Frau so zäh verhält, es irgendwie nichts wird. Als ich heute früh den Flyer der „Stelle zur Gleichberechtigung der Frau“ in die Hand nahm, fiel mir eine mögliche Antwort in Form der Wortendung „-ung“ ins Auge: So kann dabei ja gar kein Ergebnis herauskommen, wenn schon der Begriff, mit dem die Angelegenheit benannt wird, ein immerwährendes Kontinuum, also eine im Verlauf begriffene Handlung bezeichnet!

Die Nachsilbe „-ung“ „... entwickelte sich in der deutschen Hochsprache als universelles Mittel zur Substantivierung von Verben (...) Es hat dann ausdrücklich kontinuativen Aspekt, drückt also Handlungen, die sich im Verlauf befinden, aus.“  (Quelle Wikipedia)

Kann das vergebliche, Sisyphos’ Ringen mit dem Felsbrocken gleichkommende Bemühen der gesamten deutschen Bevölkerung, Männern wie Frauen, endlich die Gleich-heit, die wir als Menschen vor Gott, dem Grundgesetz und der dazwischen liegenden Instanz Menschenrechtskonvention ja besitzen, auch zu leben, vielleicht nur einem unglücklichen Übersetzungsfehler zuzuschreiben sein?

Übersetzte der- oder diejenige den französischen Begriff „égalité“, der als Forderung in der Französischen Revolution geprägt wurde, etwas flott und in Unkenntnis der deutschen Wortbildungsgesetze mit „Gleichberechtigung“?

Oder ist da, ganz unbewusst natürlich, eine geschickte Absicht dahinter? Hat da, einfach ausgehend von seinem oder ihrem innersten Denken bzw. Selbstverständnis, der oder die Wortschöpfer/in oder Namensgeber/in der Emanzipationsbewegung benannt, was in den Köpfen existiert, um es zu erhalten, nämlich eine unterschiedliche Bewertung der Beiträge von Mann und Frau zur Gesellschaft?

Das Wort Gleichberechtigung geht von einer Ungleichheit aus, wenn es den Prozess zur Gleichwerdung bezeichnet. Und genau deshalb können wir in unseren Köpfen niemals dort ankommen, wenn wir uns mit jedem Aussprechen dieses Begriffes den Ausgangszustand und die vermeintlich inexistente Gleichheit quasi ins Bewusstsein einbetonieren! Da nützt es gar nichts, wenn Frauen die gleiche Arbeit wie Männer verrichten und dafür auch das gleiche Geld bekommen (zum Beispiel Schienen verlegen) oder Männer ein Babyjahr für sich beanspruchen dürfen, wenn die Beiträge zur Familie und zur Gesellschaft, die im Wesen einer Frau und eines Mannes gerade wegen ihrer geschlechtlichen Unterschiedlichkeit einzigartig angelegt sind, von uns selbst mehr oder weniger wertgeschätzt werden! Die Natur hat uns innerhalb einer Art in verschiedener Ausprägung hervorgebracht, um die Gesamtheit der menschlichen Möglichkeiten zu gewährleisten. Wenn das in unserem Denken ankommt, dann sind wir bei der Akzeptanz der Gleichheit.

Es geht meines Erachtens viel mehr um die Anerkennung des bereits gegebenen Zustandes der Gleichheit als um die Angleichung von sich unterscheidenden Wesenszügen. Und ich meine hier Anerkenn-ung, denn das ist der Prozess, den wir zu vollziehen haben!

Deshalb lautet mein Vorschlag zur Umbenennung der Dienststelle der Frauenbeauftragten: Stelle zur Anerkennung der Gleichheit von Mann und Frau."

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

Zwischen den Jahren 2007

"Ich löschte das Licht,
um den Schnee zu sehen.
Und sah den Schnee
durch das Fenster und sah den Mond.
Doch dann sah ich,
dass Schnee und Mond
nur wieder Fenster sind,
und durch dieses Fenster
sahst DU mich an."

(Ernesto Cardenal)

"Niemand außer diesem Fenster sagt mir so offen, dass das Leben schön ist ...
Jeden Tag als erstes sehe ich aus diesem Fenster den Himmel ..."
... erblicke das Licht, entdecke die Welt, erfreue mich an den Farben, bestaune die Pflanzenpracht und beobachte die Tiere ... 
... und bei all dem schätze ich die Vielfalt meiner Erfahrungen.
Mit diesem Blick durch dieses Fenster begegne ich den Menschen ...
Jeden Tag als erstes siehst DU mich durch dieses Fenster.
Jeden Tag - Weihnachten. Danke.

Frauke Czelinski

 

 

11. September 2007

"... immer noch mein Wunsch, den ich am vergangenen Sonntag meinem Patenkind bei seiner Taufe mitgegeben habe:
"Über Dir der Himmel mit seinem ganzen Licht und der Sonne,
unter Dir die Erde, die Dich trägt,
dazwischen ein Engel, der Dich stets begleitet und Dich küsst -
mitten ins Herz."
(in Anlehnung an Christa Spilling-Nöker)

Ich bin überzeugt, dass es für uns alle wichtig ist, diese drei Hauptbereiche in unserem Leben in guten Händen zu wissen. So erhalten wir Kraft über unsere Wurzeln in der Erde und bekommen einen guten Boden unter den Füßen. Wir richten uns auf, wachsen in den Himmel, tanken Sonne, Wärme und Licht und genießen einen freien Blick. Dazwischen spielt sich unser buntes Leben ab, in das wir Vertrauen haben können - denn ein Engel ist uns an die Seite gegeben. Davon bin ich überzeugt."

Frauke Czelinski

 

 

14. Juni 2007

"... die Tatsache, daß ich seit vielen Wochen kein gutes Buch mehr gelesen habe, wenn ich mal von guter Fachliteratur absehe. Das ist ja wohl ein deutliches Zeichen dafür, daß der Kopf zu voll ist, um noch was Neues hinein zu stecken. Und wenn ich dann daran denke, daß Kreativität nur in der Muße entsteht, also in der Zeit, in der der Mensch gar nichts bewußt tut oder denkt, dann muß ich meine Strategie zur Ideenfindung ändern und mich mal dem Sommer und der Dreisam und den Schwarzwaldhöhen widmen. Allen, die das schon früher als ich begriffen haben und gerade die Koffer packen oder die Füße zu hause hoch legen, wünsche ich einen schönen leeren und doch reichen Urlaub!"

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

28. März 2007

"... das Gottesbild des alten Griechen Heraklit. Der nannte Gott 'Tag-Nacht, Krieg-Frieden, Sättigung-Hunger'. Also die ursprüngliche Harmonie der Kontraste. Unter Harmonie stellen wir uns jedoch landläufig etwas anderes vor als den ständigen Kampf und Widerspruch, der sich zwischen diesen Extremen unvermeidbar ergibt. Und doch liegt die Harmonie genau darin begründet, daß diese Gegensätze sich ständig fordern, befruchten und sogar begründen. Die Harmonie dieses Gottes bedeutet also die enge Vereinigung der Kräfte, die in Opposition sind. Es geht demnach um Kräfte, die sich gegenseitig Antrieb geben und so zu Wachstum und Entwicklung anregen. Ein wunderbarer Gedanke von Heraklit, finde ich, denn der süßliche Begriff der Harmonie, den wir als so beruhigend empfinden, bedeutet ja meistens, daß sich nichts mehr verändern darf, damit das Gefüge nicht ins Wanken gerät. Und wenn ich das auf zwischenmenschliche Beziehungen übertrage, hat das mit den Gegensätzen eindeutig seinen Reiz ..."

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

16. März 2007

... ein Wort aus China:
"Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen neue Mauern und die anderen Windmühlen."

Frauke Czelinski

 

 

31. Januar 2007

... die Frage, warum Regeln so oft Widerstand hervorrufen? Liegt es daran, daß von außen ein Weg diktiert wird und uns unfrei macht? Oder, von der anderen Seite betrachtet vielleicht auch daran, daß wir an der Regel schmerzhaft bemerken, daß es uns schwer fällt, selbst eine freie Entscheidung zu treffen, und einen Standpunkt zur Sache einzunehmen und in aller Konsequenz durchzuhalten? Also an unserer sowieso schon innewohnenden eigenen Unfreiheit? Und warum ist es so schwer, das zu tun, was man für sich richtig findet? Was bringt den Konflikt mit den eigenen Werten zustande? Welche weitere Instanz regiert derart in uns, daß sie uns in den Widerstand treibt, anstatt zu tun, was wir für richtig halten. Mehr als einmal habe ich bei mir festgestellt, daß ich haargenau das getan hätte, was die Regel sagt, weil ich es eigentlich selbst für gut hielt, und dennoch mußte ich zunächst einmal dagegen sein, weil ich mich zu diesem Verhalten gedrängt fühlte, es innerlich nicht selbst frei entscheiden konnte. Das waren und sind teure Umwege, merke ich gerade!

Almuth Becker-Wildenroth 

 

 

3. Januar 2007

... unsere Tradition, unseren Mitmenschen ein ?Gutes Neues Jahr? zu wünschen. Geht das überhaupt? Kann man das irgendwo bestellen und jemandem zukommen lassen? Kann sich das nicht nur jeder für sich selbst wünschen?! Ganz feste, so wie Kinder, die einen Traum haben.
Also, wir wünschen Ihnen, dass Sie in diesem Neuen Jahr Ihre Wünsche ganz klar vor Augen haben, so dass Ihre Seele Unterstützung hat in dem, worauf sie zuarbeitet!

Almuth Becker-Wildenroth und Frauke Czelinski 

 

 

16. Dezember 2006

... Weihnachten ist auch Zeit für Engel:
den erscheinenden Engel, der als Gesandter uns eine Botschaft überbringt oder uns unseren Weg weist,
den fliegenden Engel, der aus anderen Sphären zu uns kommt und uns leise für diese sensibel macht,
den begleitenden Engel, der sich mit Fürsorge und Liebe wie ein Freund um uns kümmert, und
den schützenden Engel, der uns auf allen Wegen in seine Obhut nimmt.
Wo Engel sind, wo wir einander Engel werden, öffnet sich der Himmel! ? Diese Erfahrung wünsche ich jedem von Herzen.

Frauke Czelinski

 

 

5. Dezember 2006

... die Frage, ob es nicht sinnvoll ist, sein eigenes Lebensmotto oder seinen Lieblingsspruch, den man immer schnell für andere auf der Zunge hat, einmal auf sich selber anzuwenden?
Auf den Gedanken brachte mich die Geschichte einer Frau, die in reiferem Lebensalter erkannte, warum sie sich in ihren diversen sozialen und caritativen Einsatzbereichen bis zur totalen Erschöpfung verausgabte: Ihre Mutter war, seit sie sie auf die Welt gebracht hatte, nie wieder zu Kräften gekommen und mit der Zeit krank geworden. Und sie, die Frau selber, verausgabte sich und ihr Leben in ständiger unbewußter Wiedergutmachung einer Schuld, die sie sich selbst zusprach, nämlich verantwortlich zu sein für die Leiden der Mutter. Deshalb konnte sie Leid, wo immer sie ihm begegnete, nicht ertragen und fühlte sich aufgefordert, es zu lindern - bis zur völligen Selbstüberforderung. Und sah sie jemanden, der einem anderen Unrecht tat, wurde sie zur glühenden Mahnerin und hielt dem Ungerechten einen Satz vor, den sie schon als Schülerin in ihrer Bibel unterstrichen hatte: ?Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Und mit dem Maße, mit dem ihr messet, wird euch gemessen werden.? (Math. 7, 1-2) Auf die Idee zu kommen, daß sie sich selbst ungerechterweise schuldig gesprochen und zur Selbstaufgabe ihres Lebens verurteilt hatte, war für sie erschreckend und freudig zugleich. Erschreckend deshalb, daß, wenn hier von Schuld überhaupt die Rede sein kann, dann nur dahingehend, daß sie das ihr geschenkte Leben, das ihre Mutter so teuer bezahlt hat, nicht genügend geachtet hat. Und freudig, weil sie doch die Lösung ihres großen Lebensirrtums immer schon parat gehabt hatte, wenn auch vorerst nur für andere!
Da ich auch immer ein paar kluge Sprüche auf Lager habe, will ich die in der besinnlichen Zeit mal genauer betrachten. Der eine oder andere könnte mich mit mir vielleicht ein Stückchen weiter bringen.?

Almuth Becker-Wildenroth

 

 

12. November 2006

... auch wieder ein Gedanke von Viktor Frankl*. Er sagt, daß es im Leben und vor allem in schweren Zeiten nicht darum gehe, was der Mensch noch vom Leben zu erwarten habe, sondern darum, was das Leben von diesem Menschen erwarte.
Wenn ich das in Beziehung setze zu der Idee der inneren Freiheit, sich in jedem Moment so oder so zu den Dingen des Lebens stellen zu können, ergeben sich für mich klare Konsequenzen für das alltägliche Handeln daraus. Für den Augenblick sehe ich diese Konsequenz darin, mir jederzeit gewahr zu sein, ob meine Entscheidung gerade der Erfüllung der Aufgabe, die ich als die meine im Leben erkenne, dient. Ich glaube, wenn ich das auch nur ansatzweise schaffen will, muß ich langsamer machen!"

Almuth Becker-Wildenroth

*Viktor E. Frankl - Buchtitel siehe unter Fundgrube

 

 

6. November 2006

... die innere Freiheit des Menschen. Dachte ich doch, ich sei frei, und tat doch immer wieder wie unter Zwang Dinge, die sich als falsch für mich erwiesen. Ein Satz von Viktor E. Frankl hat mir den Blickwinkel verschoben: Er schreibt in seinem Buch über sein Erleben im Konzentrationslager, daß man dem Menschen im Konzentrationslager alles nehmen könne, nur nicht die letzte menschliche Freiheit, sich zu den gegebenen Verhältnissen so oder so einzustellen. Und daß es sogar dort ein 'So oder so' gegeben habe! *
Es geht also vielmehr um die ?Freiheit zu?, etwas zu tun, als die ?Freiheit von? Einflüssen etwa. Es geht darum, dass ich die innere Freiheit habe, zwischen einer Entscheidung aus Angst und einer Entscheidung aus Zuversicht zum Beispiel mit allen ihren jeweiligen Konsequenzen zu wählen. Ich habe die Freiheit, es so oder so zu machen! Welche Möglichkeiten sich daraus eröffnen! Da wird mir fast etwas schwindelig. Das wird viel Achtsamkeit mir selbst gegenüber fordern.?

Almuth Becker-Wildenroth

* vgl. Viktor E. Frankl, S. 108 - Buchtitel siehe unter Fundgrube

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