Praxis für klassische Homöopathie - Freiburg

Herzlich willkommen ...

Praxisräume - Innenansicht - der Homöopathie-Praxis von Almuth Becker-Wildenroth und Frauke Czelinski in Freiburg.

... in der Praxis für klassische Homöopathie und Prozeßbegleitung von Almuth Becker-Wildenroth und Frauke Czelinski.

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Praxis für klassische Homöopathie
im "Haus Kubanek"
Friedhofstr. 33

79106 Freiburg

Auf den folgenden Seiten bieten wir Ihnen die Möglichkeit, sich über uns und unsere Arbeit zu informieren und Kontakt mit uns aufzunehmen. Dort finden Sie auch unsere Sprechzeiten.

Besuchen Sie uns vorab gerne schon einmal in unseren Räumen
in der Friedhofstraße 33 in der Freiburger Beurbarung.

 

 

Heute beschäftigt mich ...

... was die vielerorts so genannten Islamistischen Terroristen uns hier in Europa wohl mit ihren gewaltigen Zeichen sagen wollen. Ich bin über meine jahrelange Tätigkeit zu der Erkenntnis gekommen, daß wir nichts einfach so tun. Und wenn wir etwas so Schwerwiegendes tun, daß es uns das Leben kostet, ist es uns wohlmöglich sogar unsäglich wichtig. Besonders der Anschlag von Nizza am französichen Nationalfeiertag hat mich veranlaßt, über die höchstwahrscheinlich beabsichtigte Symbolik eines Anschlages an eben diesem Gedenktag nachzudenken. Was wird da gefeiert? Der Aufstand einer notleidenden Nation gegen ein auf ihre Kosten im Überfluß lebendes Herrschaftssystem. Blutig ist es abgelaufen, damals, sehr blutig. Man nennt diese extrem gewalttätige Phase der Französischen Revolution übrigens auch "La Terreur".
Ein Mensch fühlt sich terrorisiert, wenn er nicht in Frieden leben, nicht sorglos herumspazieren kann, weil er um sein Leben fürchtet. Ja, das trifft und traf auf sehr viele Menschen in sehr vielen Ländern dieser Erde zu: In Frankreich zum Beispiel auf die notleidende französische Nation vor der Revolution und auf die herrschende Schicht während der Revolution. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes furchtbar.
Aber kann dieser historisch erweiterte Blickwinkel auf die Französische Revolution uns womöglich sogar Hinweise auf die Motivation geben, auf die Not, das Gefühl oder den Schmerz, die Menschen bewegen, heute und hier so unsäglich gewaltvoll zu agieren? Was geschieht, wenn wir statt uns abwehrend abzuwenden einmal oder öfter hinwenden, um zu sehen, was wir zur Linderung dieses Schmerzes anderer Menschen in unserer einen Welt beitragen könnten, was wir vielleicht in unserem eigenen Denken und Verhalten zu korrigieren haben, um der Herausforderung dieser mitmenschlichen Tragödie gerecht zu werden, oder um solche menschlichen Tragödien erst gar nicht herauszufordern? Aus welchem Blickwinkel könnten wir die Sache betrachten, um als Einzelne zu einer Lösung beizutragen, die uns Völker und Kulturen wieder verbindet? Quasi auch eine Art Revolution der kleinen Leute anzuzetteln und durch viele kleine, vielleicht sogar verbindliche oder anteilgebende Taten die Welt von unten her zu verändern! Das soll in der jüngeren Geschichte schon mal erfolgreich gewesen sein, das Verfahren ...

Und da stellt sich mir noch die Frage, wer denn bestimmt, welche Menschen für die Gemeinschaft bedrohlich und damit eliminierbar sind und welche nicht? Aus welchem Blickwinkel und zu welcher Zeit muß man schauen, um das letzten Endes beurteilen zu können? Die große Frage des 'Tyrannenmordes' könnte damit neu aufgeworfen sein ... Wer terrorisiert hier wen? Und aus welchen Beweggründen? Wann und durch wen wurde das begonnen, was sich jetzt gerade so gewalttätig zeigt?

Und ich frage mich auch, was ich in der Französichen Revolution getan hätte, was ich für Recht gehalten hätte? Oder, wieviel Druck oder Not es bei mir persönlich heute bräuchte, damit auch ich Gewalt ausübe, um zu „meinem“ gefühlten Recht zu kommen, oder um mein Leben zu retten. Im Moment müßige Fragen, denn ich lebe in einem freiheitlichen System mit unglaublichem Wohlstand. Ich habe keine Not und keinen Druck. Definitiv nicht. Vor allem, weil sich dafür eine Generation von Politikern und Politikerinnen eingesetzt haben, die, wie mein Vater seine Motivation als Kommunalpolitiker benannte, dafür sorgen wollten, "daß niemals wieder jemand sich gezwungen fühlen soll, etwas zu tun, was gegen sein Gewissen geht". Mein Vater hat mir von 1943 berichtet, als er junger Flakhelfer wurde … Er hatte Not, er hatte Angst um sein Leben, er war in einer ausweglosen Situation, in der Töten nicht nur nicht zu vermeiden war, sondern eine Lösung. Weil eine freie Gewissensentscheidung nicht möglich war. Weil ein Kamerad allein wegen der Frage, ob man denn überhaupt auf eine Person vereidigt werden könne, ob nicht nur auf eine Verfassung, als Volksverräter vor Aller Augen erschossen wurde. Ich denke, daß mein Vater als überzeugter Demokrat mit "niemand" alle Menschen meinte .

Solche Fragen beschäftigen mich gerade. Sie kollektiv und systemisch zu betrachten, läßt mein persönliches Denkvermögen fast explodieren. Möglicherweise auch, weil sie Sprengkraft besitzen und vielleicht sogar gefährlich sind, wenn sich die Definition von Freiheit hier wandeln sollte und diese Fragen plötzlich wie diejenige nach der Vereidigung auf eine Person gewertet werden... Besser also, wenn sich Philosophen oder Staatsmänner, die so groß denken können, damit beschäftigen, oder ganz viele  Menschen auf einmal, die einfach nur ein liebendes Herz haben, vielleicht das einer Mutter oder das eines Vaters, deren Kind in der Schule um sich schlägt, ... Was bewegt dieses Kind, derart zu handeln? Dann könnte sich etwas ändern an dem, was terrorisiert, und das, was frei macht, das könnte bleiben.

Und bei all diesen Fragen ohne Antworten weine ich um jede und jeden, die da auf die eine oder andere Art ihr Leben lassen, Opfer wie Täter. Auch, weil ich meinem Vater bei seinen Erzählungen in die Augen geschaut habe. Danke, Vater, für Deinen Mut, diese Erfahrungen mit mir zu teilen, denn sie haben meine Neigung zur schnellen, gewissenhaften Beurteilung von Taten nachhaltig erschüttert. Ich weiß zwar nun gar nicht mehr, was im Umgang mit Gewalt richtig und was falsch ist, aber nach den richtigen Fragen zu suchen wird doch wohl eines Tages auch die Antworten hervorbringen. Davon zumindest bin ich überzeugt, und deshalb beschäftige ich mich damit, auch wenn es sehr, sehr weh tut, da hinzuschauen.

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